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Der Postplatz in Flums: Der erste Tatort, an dem ein damals 17-jähriger Lette mehrere Personen mit einer Axt verletzte. (Archivbild)

KEYSTONE/EDDY RISCH

(sda-ats)

Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen hat die Untersuchung zur Beil-Attacke vom Oktober 2017 in Flums abgeschlossen. In der Medienmitteilung vom Dienstag werden auch Details zum Tathergang preisgegeben.

Der heute 18-Jährige wird verdächtigt, am 22. Oktober 2017 um zirka 20 Uhr bei seinem Wohnort einen Holzstapel in Brand gesetzt zu haben. Das Feuer konnte vor Eintreffen der örtlichen Feuerwehr gelöscht werden.

Danach begab er sich zu Fuss zum Postplatz in Flums. Dort soll er mit einem Beil ein Ehepaar attackiert zu haben, das mit ihrem Kind im Kinderwagen unterwegs war.

Ehepaar schwer verletzt, Baby fällt aus Kinderwagen

Der damals 35-jährige Mann und die 30-jährige Frau wurden dabei schwer verletzt und mussten im Spital operiert werden. Das Baby stürzte aus dem Kinderwagen und musste ebenfalls hospitalisiert werden.

Während der Attacke auf das Ehepaar versuchte ein 72-jähriger Mann, welcher mit seiner Ehefrau mit dem Auto beim Postplatz vorbeifuhr, den Täter dazu zu bringen, von der Frau abzulassen. Der Helfer erlitt Schnittverletzungen an der Hand.

Danach begab sich der Angreifer zur Ehefrau des Mannes, deren Auto er entwenden wollte. Nach einem Wortgefecht mit der 59-jährigen Frau schlug der Beschuldigte mit dem Beil auf sie ein und fügte ihr am Unterarm eine Rissquetschwunde zu.

Täter wollte nach Lettland flüchten

Danach entwendete der junge Mann das Auto und fuhr vom Postplatz Richtung Garnischastrasse. Dort verlor er die Kontrolle über das Fahrzeug und prallte in einen Gartenzaun. Er verliess das Fahrzeug und versuchte in ein angrenzendes Gebäude einzudringen, was ihm allerdings nicht gelang.

Nachdem er kurz vor 21 Uhr vergeblich versuchte, sich mit einem unverschlossenen Fahrzeug nach Lettland abzusetzen, begab er sich zu Fuss zu einer Tankstelle in Flums. Der Beschuldigte attackierte dort eine 44-jährige Frau mit einer Schere und verletzte sie, bevor sie fliehen konnte, im Gesicht. Er habe dies getan, um ihr Fahrzeug zu entwenden, was ihm aufgrund des fehlenden Fahrzeugschlüssels nicht gelang, schreibt die Staatsanwaltschaft.

Helferin mit Beil attackiert

Er begab sich danach zum nächsten parkierten Fahrzeug, in dem eine 27-jährige Frau sass, welche im achten Monat schwanger war. Er versuchte, die Fahrertüre ihres Autos zu öffnen.

Eine 21-jährige Frau eilte zur Hilfe und wurde darauf vom Beschuldigten mit dem Beil attackiert. Sie erlitt dabei Verletzungen an der Hand. Inzwischen konnte die 27-jährige Frau aus ihrem Auto fliehen. Der Beschuldigte setzte sich ins Fahrzeug und fuhr in die Fassade des Tankstellenshops, weil er den Rückwärtsgang nicht einlegen konnte.

Nach 21.15 Uhr gaben zwei Polizisten der Kantonspolizei St. Gallen bei der Tankstelle mehrere Schüsse auf den Letten ab. Es wurden gesamthaft vier Schüsse abgefeuert. Ein Schuss streifte den Beschuldigten an der Hüfte. Ein weiterer Schuss traf ihn im Oberschenkel. Zwei Schüsse verfehlten ihr Ziel. Danach wurde er von Polizei verhaftet.

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SDA-ATS