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Der wegen Kindesmissbrauchs vor einem Jahr zurückgetretene Bischof der belgischen Stadt Brügge, Roger Vangheluwe, hat einen weiteren Missbrauch zugegeben. Mit verharmlosenden Äusserungen sorgte er für Empörung.

In einem am Donnerstagabend ausgestrahlten Interview mit dem belgischen Fernsehsender VT4 räumte Vangheluwe erstmals ein, nicht nur einen, sondern zwei seiner Neffen sexuell missbraucht zu haben. Zugleich sagte er, er habe "überhaupt nicht den Eindruck, ein Pädophiler zu sein".

Belgiens Justizminister Stefaan De Clerck forderte von der katholischen Kirche umgehend Massnahmen gegen den inzwischen im Ausland lebenden Ex-Bischof. Seine Äusserungen seien eine "Ohrfeige" für jedes seiner Opfer und alle Opfer von Kindesmissbrauch insgesamt.

Die Kirche müsse das "verantwortungslose Verhalten" Vangheluwes unterbinden, erklärte De Clerck. "Das gilt umso mehr, als die bislang vom Vatikan verhängten vorläufigen Sanktionen bei ihm offenbar kein Bewusstsein für die dramatische Tragweite seiner Taten geschaffen haben."

Vangheluwe war im April 2010 zurückgetreten, nachdem er zugegeben hatte, zwischen 1973 und 1986 einen seiner Neffen sexuell missbraucht zu haben. Sein Rücktritt stürzte die katholische Kirche Belgiens in eine tiefe Krise. Am Samstag hatte der Vatikan mitgeteilt, Vangheluwe habe Belgien für eine "spirituelle und psychologische Behandlung" verlassen.

"Wie ein Spiel"

In dem nun ausgestrahlten Interview sagte Vangheluwe, der Umgang mit einem seiner Neffen sei "wie ein kleines Verhältnis gewesen". "Ich hatte überhaupt nicht den Eindruck, dass mein Neffe dagegen war, eher das Gegenteil." Er habe aber gewusst, dass sein Handeln nicht richtig sei und es mehrfach gebeichtet.

Alles habe "wie ein Spiel" angefangen, als seine Neffen zu Besuch bei ihm übernachtet hätten, sagte Vangheluwe. Es habe nie körperliche Gewalt geschweige denn eine Vergewaltigung gegeben. Sein Neffe habe ihn nie nackt gesehen, auch sei es nicht zu Geschlechtsverkehr gekommen. Der nun von Vangheluwe eingeräumte Missbrauch eines zweiten Neffen zog sich seinen Angaben zufolge über weniger als ein Jahr hin.

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SDA-ATS