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Ein Fussballtor am Strand von Doha in Katar. Der Wüstenstaat ist Gastgeber der Fussballweltmeisterschaft 2022. (Archivbild)

KEYSTONE/EPA DPA/KARL-JOSEF HILDENBRAND

(sda-ats)

Um Gastgeber der Fussball-Weltmeisterschaft 2022 zu werden, war Katar offenbar jedes Mittel recht. Laut einem Medienbericht diskreditierte der Staat seine Konkurrenten gezielt mit Fake-News-Propaganda.

Die "Sunday Times" berichtete am Sonntag unter Berufung auf von einem Informanten erhaltene E-Mails, das Bewerbungskomitee des Golfstaates habe eine PR-Firma sowie ehemalige Agenten des US-Geheimdienstes CIA beauftragt, Fake-Propaganda über Katars Hauptrivalen Australien und die USA zu verbreiten.

Laut "Sunday Times" zeigt eine E-Mail an den Vizechef des Bewerbungskomitees, Ali al-Thawadi, dass die katarische Führung über die Strategie, andere potenzielle WM-Gastgeber zu diskreditieren, Bescheid gewusst habe. Die Katarer warben dem Bericht zufolge gezielt einflussreiche Persönlichkeiten aus den anderen Bewerberländern an. Sie sollten sich gegen die Bewerbung um das Sportereignis wenden und den Eindruck erwecken, es gebe in den jeweiligen Ländern keinerlei Unterstützung für die Bewerbung.

Verstoss gegen Fifa-Vorschriften?

Der Welt-Fussballverband Fifa legt bei der Ausschreibung der Weltmeisterschaften Wert darauf, dass es in der jeweiligen Bevölkerung eine breite Unterstützung für die Bewerbung um die Ausrichtung des Turniers gibt. Katar habe diese Vorgabe gegen die Mitbewerber gewandt, schreibt die "Sunday Times". Dabei habe das Land gegen die Fifa-Vorschrift verstossen, wonach Bewerber die Bewerbungen anderer Länder in keinerlei Weise kommentieren dürfen.

Um die USA als Rivale auszuschalten, sei in Katars Auftrag sogar eine Resolution für den US-Kongress geplant worden, berichtete die "Sunday Times". Darin seien die "schädlichen" Auswirkungen der WM-Bewerbung dargelegt worden. Ausserdem habe ein US-Professor 9000 Dollar erhalten, um einen Bericht über die wirtschaftliche Belastung der Vereinigten Staaten durch eine Ausrichtung der WM zu erstellen.

Der kommende WM-Gastgeber Katar stand schon vorher in der Kritik, etwa weil er für den Bau der Fussballstadien massenhaft Gastarbeiter ausbeutete. Ausserdem ergaben teilweise veröffentlichte Ermittlungen der Fifa-Untersuchungskammer, dass bei der Vergabe der WM an Katar hohe Summen an Schmiergeldern geflossen sind.

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