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In Syrien haben Truppen von Präsident Baschar al-Assad und regierungstreue Milizen gemäss der Opposition erneut ein Massaker an Zivilisten verübt. In den Dörfern Al-Kobeir und Maasaraf seien mindestens 78 Menschen getötet worden, darunter viele Kinder.

Die Schilderungen von Aktivisten, der Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte in London sowie eines Augenzeugen ähneln denen von vor knapp zwei Wochen, als in Hula 108 Zivilisten ermordet worden waren.

Demnach wurden die kleinen Dörfer in der Provinz Hama zunächst mit heftigem Beschuss eingedeckt. Dann seien Kämpfer eingedrungen und hätten Dutzende erschossen und erstochen. Die Beobachterstelle beschuldigte die Assad-treue Schabiha-Miliz, die auch schon in Hula gemordet haben sollen.

Syrien bestreitet Berichte

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA nannte die Berichte "komplett falsch". Sicherheitskräfte hätten auf Bitten von Bewohnern eingegriffen, nachdem eine "terroristische Gruppe" ein "ungeheueres Verbrechen" begangen habe. Das Staatsfernsehen erklärte, das "Verbrechen" sei bewusst vor der Sitzung des UNO-Sicherheitsrates begangen worden.

Auch im Fall Hula hatte das Regime vom Ausland unterstützte Islamisten beschuldigt. Westliche Staaten und die UNO sind sich aber nahezu sicher, dass Armee und Schabiha-Miliz die Gräueltaten am 25. Mai verübten.

UNO-Beobachter behindert

UNO-Beobachter, die am Donnerstag in den beiden Dörfern die Berichte überprüfen wollten, wurden beschossen, wie UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon vor der UNO-Vollversammlung in New York sagte.

Den Beobachtern sei zunächst der Zugang zu Al-Kobeir verwehrt worden. Als sie es erneut versucht hätten, seien sie mit Handfeuerwaffen beschossen worden. Ban nannte das Massaker eine "unaussprechliche Barbarei". Staatschef Assad habe "jede Legitimität verloren".

Annan: offener Bürgerkrieg droht

Der Syrien-Sondergesandte Kofi Annan appellierte vor der Vollversammlung, "keine Massentötungen zu erlauben, die in Syrien zum Alltag geworden sind". Die Staatengemeinschaft müsse schnell handeln. Er warnte vor einem "offenen Bürgerkrieg" und räumte ein, dass sein vor knapp drei Monaten vereinbarter Friedensplan nicht greift.

Teile der syrischen Opposition fordern inzwischen ein Eingreifen nach Kapitel 7 der UNO-Charta. Dieses regelt militärische und nicht-militärische Mittel, sollte der Sicherheitsrat feststellen, dass ein Konflikt Weltfrieden und internationale Sicherheit bedroht.

SDA-ATS