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Berlusconi will Autoren von Anti-Mafia-Werken "erwürgen"

Dieser Inhalt wurde am 28. November 2009 - 20:56 publiziert
(Keystone-SDA)

Rom - Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat während einer Parteiveranstaltung auf Sardinien gesagt, er wolle Autoren von Anti-Mafia-Filmen und -Büchern "erwürgen". Berlusconi zeigte sich erzürnt über Verdächtigungen, er sei selbst mit der Mafia verbandelt gewesen.
Ausserdem warf Berlusconi den Autoren von Anti-Mafia-Werken wie der erfolgreichen Fernsehserie "Die Krake" vor, sie beschädigten das Ansehen Italiens in der Welt, wie italienische Medien berichteten.
"Wenn ich herausfinde, wer der Autor der 'Krake' ist, werde ich ihn erwürgen, das schwöre ich", sagte Berlusconi bei der Versammlung der Parteijugend in Olbia.
In einem Pressebericht, der von der Staatsanwaltschaft in Florenz umgehend dementiert wurde, hiess es, gegen Berlusconi und seinen Getreuen, Senator Marcello Dell'Utri, liefen Ermittlungen wegen einer mutmasslichen Verstrickung in tödliche Anschläge, die die Mafia 1992 und 1993 verübte.
Der ehemalige Mafioso Gaspare Spatuzza hatte ausgesagt, Berlusconi und Dell'Utri hätten direkte Kontakte zu seinem Mafia-Boss Giuseppe Graviano gehabt. Dell'Utri wurde wegen des Vorwurfs der Zusammenarbeit mit der Mafia zu neun Jahren Gefängnis verurteilt, legte jedoch gegen das Urteil Berufung ein.
1992 ermorderte die sizilianische Mafia unter anderem die beiden Anti-Mafia-Richter Giuseppe Falcone und Paolo Borselino. Drahtzieher der blutigen Anschläge mit mehreren Toten war der 1993 verhaftete Mafia-Pate Salvatore "Totò" Riina. Guiseppe Graviano und dessen Bruder Filippo wiederum sollen an den Attentaten beteiligt gewesen sein.
Als Rache für Riinas Verhaftung verübte die Mafia mehrere Anschläge in italienischen Städten - in Mailand, Rom und Florenz. Dabei starben 10 Menschen, fast 100 wurden verletzt. Graviano hatte zudem 1993 den Mord an einem Priester angeordnet, der sich gegen die Mafia gestellt hatte. Die Brüder wurden 1994 verhaftet und wegen den Bombenattentaten in den Städten zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

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