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Erst knapp die Hälfte der Spinnenarten weltweit sei bisher entdeckt, vermuten Experten. Das soll sich mit einem Grossprojekt ändern. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP/SERGEI GRITS

(sda-ats)

Bis in 30 Jahren will eine Forschungsinitiative 95 Prozent aller Spinnenarten der Welt erfassen. Den Anstoss dafür gab ein Berner Professor.

Rund 46'000 Spinnenarten haben Forschende während der letzten 250 Jahre beschrieben. Das sind aber bei weitem noch nicht alle: "Wir gehen davon aus, dass bislang ungefähr die Hälfte der Arten entdeckt worden ist", sagte Wolfgang Nentwig, Professor an der Universität Bern, gemäss einer Mitteilung des Naturhistorischen Museums der Burgergemeinde Bern.

Die andere Hälfte wollen Nentwig und 34 Forschungspartner nun viel schneller ausfindig machen: In 30 Jahren wollen sie 95 Prozent der Spinnenvielfalt beschrieben haben. Nentwig ist der geistige Vater der Initiative "Association for the Promotion of Spider Research", zu der auch ein virtuelles Institut gehört. Daran beteiligt sind Naturhistorische Museen, Universitäten und Forschungsinstitute.

Wichtige Nützlinge

Die Artenvielfalt zu erforschen sei der erste Schritt, um sie zu erhalten, so Nentwig. So liessen sich Orte mit besonders hoher Biodiversität, sogenannte "Hotspots", definieren und gezielt schützen. Spinnentiere kommen in allen Ökosystemen auf dem Festland vor und sind wichtiger Bestandteil derselben. Als Insektenräuber sind sie zudem wichtige Nützlinge für die Landwirtschaft.

Beim Spinnen-Projekt spielt auch das Naturhistorische Museum Bern eine Schlüsselrolle: Es ist der Betreiber des Welt-Spinnenkatalogs ("World Spider Catalog"), der die gesamte Literatur und Informationen zur Artenvielfalt der Spinnentiere umfasst und rund 3000 Mitgliedern frei zur Verfügung steht. Insbesondere haben auch Forschende in Entwicklungsregionen Zugang, wo vermutlich noch viele unentdeckte Spinnenarten existieren.

Noch fehlt es für das ambitionierte Projekt jedoch an Geld. Auf rund 30 Millionen Franken schätzen die Initianten das nötige Budget, wie das Museum schrieb. Das ungewöhnliche Konzept der Initiative mit ihrem virtuellen Institut entspreche nicht den Kriterien der üblichen Förderinstrumente. Deshalb suchen die Forschungspartner derzeit Sponsoren.

SDA-ATS

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