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Vor einem Gericht in Südkorea hat am Dienstag ein Berufungsverfahren im Fall der Fährtragödie vom vergangenen April mit 304 Toten begonnen. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung fechten die Verurteilung des Kapitäns und 14 weiterer Crewmitglieder an.

Der Kapitän des "Sewol", Lee Jun Seok, hatte im November eine 36-jährige Haftstrafe erhalten. Zum Entsetzen der Hinterbliebenen wurde er aber vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen und nur wegen grober Fahrlässigkeit und Verletzung seiner Dienstpflichten verurteilt. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Verurteilung wegen Totschlags, die Verteidigung eine mildere Strafe.

Der Untergang der Fähre mit 476 Menschen an Bord hatte landesweit Empörung ausgelöst. Die meisten Toten waren Schüler. Viele Hinterbliebene verlangen für den Kapitän und führende Besatzungsmitglieder die Todesstrafe.

Einem im Juli veröffentlichten Bericht zufolge trugen neben der Inkompetenz der Besatzung auch Behördenversagen, Korruption sowie Geldgier der Reederei zur Katastrophe bei. Die Urteile im Berufungsverfahren werden für Ende April erwartet.

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SDA-ATS