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Wie erwartet ist am frühen Sonntagmorgen am Triftgletscher ein Stück der Gletscherzunge abgebrochen. Verletzt wurde zum Glück niemand, auch Gebäude kamen keine zu Schaden. (Archivbild)

Walliser Kantonspolizei/Screenshot Google Earth

(sda-ats)

Am Triftgletscher oberhalb von Saas-Grund VS ist am Sonntagmorgen der grösste Teil der instabilen Gletscherzunge abgebrochen. Schäden gab es nicht. Die Evakuierung von rund 220 Gemeindebewohnern wurde aufgehoben.

Die Evakuierten konnten noch am Sonntagmorgen wieder in den Weiler "Unter dem Berg" zurückkehren, wie der Regionale Führungsstab Saas am Sonntagmorgen mitteilte. Auch die Kantonsstrasse wurde wieder geöffnet.

Die Menschen hatten ihre Wohnungen bis am Samstagabend 18 Uhr planmässig verlassen. Sie kamen bei Verwandten, Bekannten und in Hotels unter. Betroffen waren neben Einheimischen auch Feriengäste. Der Führungsstab hatte die Evakuierungen am Samstag zunächst einmal für zwei bis drei Tage verfügt.

Kein bewohnbares Gebiet erreicht

Die Bevölkerung, der Regionale Führungsstab Saas und der Gemeindepräsident zeigten sich am Sonntagmorgen erleichtert. "Der Idealfall ist eingetroffen", sagte Simon Bumann, der Mediensprecher des Führungsstabs, im Interview mit sda-Video. Die Gletschermasse habe sich in mehreren Brüchen talwärts bewegt. Sie sei auf der unten liegenden Gletscherzunge zum Stillstand gekommen, ohne dass bewohnbares Gebiet gefährdet gewesen sei.

"Ein Drittel des abrutschenden Materials ist noch oben. Die Gefahr ist aber relativ klein. Diese etwa 100‘000 bis 150‘000 Kubikmeter werden nach Abbruch vermutlich auch auf der Gletscherzunge liegen bleiben und nicht bewohnbares Gebiet erreichen. Das wird hoffentlich in den nächsten Tagen der Fall sein, sodass wir komplett Entwarnung geben können", sagte Bumann.

Die Bevölkerung ist ebenfalls froh, dass der Abbruch glimpflich verlaufen ist. Eine ältere Frau sagte, sie wohne seit 77 Jahren in Saas-Grund. Eine Evakuierung habe sie bisher noch nie erlebt.

Bruno Ruppen, Gemeindepräsident von Saas-Grund, lobte im Interview mit sda-Video die gute Organisation. Die Verantwortlichen hätten früh eine Warnung ausgesprochen. Die Evakuierung sei geordnet und ruhig erfolgt. "Nach dem Abbruch ist die Stimmung natürlich entspannter. Wir sind froh, dass der Abbruch stattgefunden und sich damit das Problem gelöst hat."

Gletscher fliesst immer schneller

Der Triftgletscher war laufend überwacht worden. Seit Samstagmorgen war seine Fliessgeschwindigkeit ständig gestiegen. Hatte sie am Morgen noch 120 bis 130 Zentimeter pro 24 Stunden betragen, stieg sie bis 16 Uhr auf zwei Meter an. In der Nacht auf Sonntag wurden sogar vier bis fünf Meter gemessen.

Zur Messung der Fliessgeschwindigkeit wurde am Donnerstag eine Radaranlage installiert. Die aktuellen Bewegungen an der Gletscherzunge hatten sich seit Wochenbeginn verstärkt. Aufgrund der Daten hatten Experten am Samstag mit einem Gletscherabbruch innert 24 Stunden gerechnet. Schliesslich brach am frühen Sonntagmorgen nach und nach zwei Drittel der Gletscherzunge ab.

Bergbahn fährt nicht

Die Gebietssperre unterhalb des Triftgletschers und auf ihm gilt weiterhin. Das Betreten durch Menschen und Nutztiere ist verboten. Auch die Hohensaas-Bergbahnen und das Wandergebiet bleiben geschlossen, bis der Führungsstab vollständige Entwarnung gibt. Im Wandergebiet sind namentlich die Normalroute zum und vom Weissmies sowie der Höhenwanderweg Kreuzboden-Almagelleralp gesperrt.

Der Triftgletscher mit einem Ausgangspunkt am Gipfel des Weissmies auf 4020 Metern Höhe geht seit 1986 kontinuierlich zurück. Insgesamt ist er bis 2015 um mehr als zwei Kilometer geschrumpft, wie die Statistik zeigt. Er hat noch eine Länge von etwa 2,5 Kilometern und bedeckt rund 2,5 Quadratkilometer Fläche.

Bereits im Oktober 2014 hatte der Gletscher so stark rumort, dass das Gebiet unter ihm gesperrt werden musste. Weil die Temperaturen sanken, wurde die Sperre wenige Wochen später wieder aufgehoben. Seither steht der Gletscher aber unter Beobachtung.

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SDA-ATS