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Lange hat der US-Komiker Bill Cosby zu Sex-Vorwürfen Dutzender Frauen geschwiegen. Nun geht er in die Offensive. Die Frauen wollten sich bereichern und ihn demontieren, heisst es in einer Gegenklage gegen sieben Frauen.

Der 78-jährige Cosby reichte am Montag (Ortszeit) bei einem Gericht im US-Bundesstaat Massachusetts Klage gegen sieben der Frauen ein. Ihre Anschuldigungen seien ein "opportunistischer Versuch, sich zu bereichern", heisst es in dem 89 Seiten langen Dokument, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Die Vorwürfe gegen ihn seien haltlos. Den Frauen gehe es darum, Cosbys Ruf zu zerstören. Der Komiker verlangt Entschädigung und will, dass die Frauen vom Gericht gezwungen werden, ihre Anschuldigungen gegen ihn öffentlich zurückzunehmen. Es gab keine Angaben zur Höhe seiner Forderungen, berichtete der Sender CNN.

Die Klage ist der offensivste Schritt des Komikers seit die Anschuldigungen gegen den Star der 80er-Jahre-Sitcom "Die Bill Cosby Show" im November vergangenen Jahres publik wurden.

Bislang hatte Cosby die Vorwürfe immer bestritten, sich allerdings nie öffentlich dazu geäussert. Einen Strafprozess gab es noch nicht, aber es laufen mehrere Zivilklagen gegen ihn. Viele der angeblichen Übergriffe liegen Jahrzehnte zurück und gelten deshalb als verjährt.

"Kampagne" gegen Cosby

In der Klageschrift wiesen die Anwälte die Anschuldigungen der sieben Frauen Punkt für Punkt zurück. Die Vorwürfe hätten Cosby zutiefst verletzt, seinem Ansehen und Image geschadet und geschäftliche Pläne zunichtegemacht, hiess es.

Die Juristen sprachen von einer "Kampagne", in der die Klägerinnen es darauf abzielten, Cosbys Ansehen zu zerstören und ein geplantes TV-Comeback zu verhindern.

Wiederholt behaupteten Frauen, Cosby habe ihnen Karriere-Hilfe angeboten. Sie gaben an, dass er sich als Gentleman präsentierte und sie nach Hause, ins Hotel oder zu Partys einlud. Dort soll er sie dann begrapscht oder sogar vergewaltigt haben. Es wurde auch behauptet, dass er ein starkes Beruhigungsmittel einsetzte.

Für Cosbys Karriere sind die Vorwürfe im vergangenen Jahr mehr und mehr zum Problem geworden. Der Fernsehsender NBC sagte die Vorbereitungen zu einer neuen Serie ab, Wiederholungen der "Cosby Show" wurden gestrichen, einen Sitz im Kuratorium der Temple University in Philadelphia hat der Komiker abgegeben. Bei einigen Auftritten wurde Cosby beschimpft, einige Veranstaltungen sagte der einst beliebte Unterhalter ab.

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SDA-ATS