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Bio-Butter könnte in diesem Sommer knapp werden, unter anderem wegen des trockenen Wetters. (Themenbild)

Keystone/STEFFEN SCHMIDT

(sda-ats)

Bio-Milch gewinnt Marktanteile, und die Bauern erhalten mehr Geld für den weissen Saft, wenn sie ihre Kühe nach Bio-Richtlinien halten. Bei Bio-Butter zeichnet sich zurzeit gar ein Engpass ab - unter anderem wegen des trockenen Wetters.

Der Anteil von Bio-Milch an der in der Schweiz verarbeiteten Milch ist zwar klein, aber er ist doch etwas grösser geworden: 2012 lag er bei 5,3 Prozent, 2016 dann schon bei 5,7 Prozent, wie Zahlen des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) zeigen.

2016 wurden 196'252 Tonnen Bio-Milch verarbeitet, 6 Prozent mehr als 2012. In den ersten vier Monaten des Jahres 2017 wuchs die verarbeitete Menge gegenüber der Vorjahresperiode erneut, um 1,4 Prozent.

Fast 20 Rappen Unterschied

Produzenten erhalten für Bio-Milch rund 74 Rappen pro Kilogramm, während für konventionelle Milch noch rund 52 Rappen pro Kilogramm bezahlt werden, wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) schreibt. Die Knospe-Milchbauern forderten Anfang Juli 3 Rappen mehr pro Kilogramm. Milch sei derzeit ein knappes Gut, hiess es dazu.

Der Verband erwartet zwar, dass weiterhin konventionelle Betriebe auf Bio umstellen werden. "Doch die Zahl der Produzenten, die sich aus der Milchproduktion zurückziehen, ist nicht zu unterschätzen", schrieb Bio Suisse.

Der Generationenwechsel verstärke diesen Trend noch. Ausserdem seien andere Bio-Betriebszweige in Sachen Profitabilität interessanter als das Halten von Milchkühen. Bio Suisse schätzt, dass die Nachfrage nach Bio-Milchprodukten weiterhin zunehmen wird.

Weniger Milch für Butter

Gar einen Mangel erwartet die Branche bei der Bio-Butter. In der ersten Juliwoche seien noch 73 Tonnen am Lager, gegenüber 249 Tonnen in derselben Woche im Vorjahr. Dies sagte Bio-Suisse-Sprecherin Ania Biasio zu einer Meldung des LID.

Dass Bio-Milch im Sommer generell knapper ist, liegt daran, dass die Kühe auf der Alp sind. Dass aber die Butter diesen Sommer besonders knapp sei, liege an der steigenden Nachfrage und daran, dass die Milch für andere Produkte wie etwa Joghurt oder Käse verwendet worden sei, führte Biasio aus.

"Diese Produkte hatten bei der Verarbeitung Priorität. Der Aufbau von Beständen an gelagerter Bio-Butter durch saisonale 'Überschüsse' war deshalb nicht in derselben Menge möglich wie in den Vorjahren", sagte Biasio. "Ein wesentlicher Grund für den Mangel sind zudem die Witterungsbedingungen und die damit verbundene schlechtere Futterqualität."

Den Kühen sei wegen Trockenheit weniger Gras zur Verfügung gestanden. Sie hätten deshalb zusätzliches Futter wie beispielsweise Heu erhalten. Werden Kühe nach Bio-Richtlinien gefüttert, müssen sie zu 90 Prozent frisches, siliertes oder getrocknetes Raufutter fressen, vorwiegend aus betriebseigener Bio-Produktion.

Kräftiges Wachstum

Damit diesen Sommer genügend Bio-Butter für Konsum und Verarbeitung vorhanden ist, werden Lösungen gesucht. "Im Vordergrund steht die temporäre Produktion von sogenannter Umstellbutter", sagte Biasio. Gemeint ist Butter aus der Milch von Betrieben, die daran sind, ihre Produktion auf Bio umzustellen. Diese Phase dauert zwei Jahre.

Der Biolandbau legte im vergangenen Jahr kräftig zu: 386 Betriebe meldeten sich per 1. Januar 2017 neu bei Bio Suisse an. Das waren so viele wie seit den 90er-Jahren nicht mehr.

Anfang 2017 gab es landesweit 6144 Bauern- und Gärtnerei-Betriebe mit Bio-Knospe. Zudem standen 885 Verarbeitungs- und Handelsbetriebe unter Knospe-Lizenzvertrag. Die Bio-Betriebe bewirtschaften über 13 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen der Schweiz.

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SDA-ATS