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Der neue Evolva-Chef Simon Waddington kehrt mit eisernem Besen: bis zu 80 Mitarbeiter müssen das Unternehmen verlassen.

Evolva

(sda-ats)

Das defizitäre Biotechunternehmen Evolva zieht die Reissleine und baut im Ausland gegen 80 Stellen ab. Im Gegenzug soll der Standort in Reinach BL gestärkt werden.

Den Stellenabbau plant das Unternehmen an seinen Standorten in Dänemark, in den USA und in Indien, wie ein Firmensprecher am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Unter dem Strich soll der Stellenbestand von derzeit 178 auf rund 100 gesenkt werden.

Gleichzeitig will das neue Management um Konzernchef Simon Waddington die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten am Hauptsitz in Reinach konzentrieren, wie es in einer Mitteilung heisst. Ein Teil der ausländischen Angestellten soll deshalb in Reinach weiterbeschäftigt werden. Dort hat Evolva aktuell 55 Arbeitsplätze.

Millionenschwere Einsparungen

Um die Kosten zu drücken, will das Unternehmen zudem weniger in die Forschung investieren und stattdessen verstärkt auf das Vermarkten und Vertreiben bereits entwickelter Produkte setzen. Weiter sieht die Restrukturierung vor, die Niederlassung in Indien bis Ende Jahr in eine unabhängige Forschungs- und Entwicklungsgruppe auszugliedern.

Mit den Massnahmen will das Unternehmen, das seit Jahren rote Zahlen schreibt, den Sprung in die Gewinnzone schaffen. Die jährlichen Betriebskosten sollen um rund 30 Prozent oder 11 Millionen Franken gedrückt werden. Die Einsparungen werden im zweiten Quartal 2018 wirksam. Gleichzeitig wird die Restrukturierung das Jahresergebnis 2017 einmalig mit rund 5 Millionen Franken belasten.

Sesselrücken in der Teppichetage

Auch personell hat der Umbau Konsequenzen. So kommt es in der Geschäftsleitung bis Ende Jahr zu drei weiteren Abgängen. Unter anderem der Forschungschef wird das Unternehmen verlassen. Anfang Juli hatte das Unternehmen bereits den Abgang des langjährigen Chefs und Mitgründers Neil Goldsmith bekannt gegeben.

Evolva wies Mitte August einen Halbjahresverlust von 20,3 Millionen Franken aus, nachdem es bereits in den Jahren zuvor rote Zahlen abgesetzt hatte. Für das laufend Jahr rechnet Evolva allerdings mit einer Verdreifachung des Produktumsatzes gegenüber dem Vorjahr. Diese Prognose verändert sich durch die Restrukturierung nicht, wie es heisst. 2016 war der Umsatz um 28 Prozent auf 9,6 Millionen Franken gesunken.

Drei Schlüsselprodukte

Das Unternehmen hat derzeit drei Schlüsselprodukte, die mittels Hefefermentation hergestellt werden: Bereits als Duft- und Geschmacksstoff verkauft wird Nootkaton, ein Inhaltsstoff von Zitrusfrüchten, der nach Grapefruit riecht. Derzeit arbeitet Evolva an der Zulassung des Stoffs zur Schädlingsbekämpfung.

Auch Reservatrol, das in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt wird, ist bereits auf dem Markt. Die grössten Hoffnungen setzt Evolva aber in den Stevia-Süssstoff Eversweet, dessen Markteinführung in Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Cargill im kommenden Jahr geplant ist.

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SDA-ATS