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Felix Gmür, Bischof des Bistums Basel, hat in einem Zeitungsinterview das neue SVP-Parteiprogramm kritisiert. Die Aufgabe der Kirche beschränke sich nicht darauf, zu beten und sonst ruhig zu bleiben, sagte Gmür in der "Zentralschweiz am Sonntag".

"Es ist nicht Aufgabe der Kirche, Politik zu machen. Aber die Kirche hat die Pflicht, den Staat und seine Institutionen darauf aufmerksam zu machen, wenn etwas nicht stimmt", sagte der Basler Bischof. "Das war auch bei Jesus so. Er hatte genau deshalb mit den Mächtigen Zoff, weil er auf Ungerechtigkeiten hinwies."

In ihrem Parteiprogramm 2011-2012 fordert die SVP die Kirchen auf, "sich der Seelsorge und der Verkündung der christlichen Botschaft zu widmen statt der Tagespolitik". Und an anderer Stelle steht: "Sowenig Politiker von den Kanzeln predigen sollen, sollen Prediger von den Kanzeln politisieren."

"Das ist nicht christlich"

Weiter hält das Parteiprogramm der SVP fest, dass die Partei zur "christlich-abendländischen Kultur" der Schweiz stehe. Dazu sagte Gmür: "Es gibt Parteien, die die Kirche zu Hilfe nehmen wollen, um ihr Programm durchzusetzen." Gegen eine solche Instrumentalisierung wehre er sich. "Das ist nicht christlich."

Neben der SVP würden aber auch andere Parteien die Kirche zu ihren Zwecken missbrauchen, sagte Gmür.

Zurzeit störe ihn an der Politik, dass Flüchtlinge nur als Nummern und nicht als Menschen behandelt würden. "Auch stimmt etwas nicht, wenn die einen so viel verdienen und besitzen, dass sie es gar nicht mehr beziffern können, und wenn andererseits immer mehr Leute am Topf der Sozialhilfe hängen", sagte Gmür.

Gmür wurde im Januar 2011 zum Nachfolger von Bischof Kurt Koch gewählt. Koch trat ab, weil er von Papst Benedikt XVI. in den Vatikan berufen wurde. Er hatte sich gegen die Minarettverbots-Initiative der SVP eingesetzt.

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SDA-ATS