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Tausende serbische Nationalisten haben am Sonntag in Belgrad gegen die Festnahme des mutmasslichen Kriegsverbrechers und Ex-Generals Ratko Mladic protestiert. Dabei kam es zu schweren Ausschreitungen.

Rechtsextremisten lieferten sich im Zentrum der serbischen Hauptstadt Strassenschlachten mit der Polizei. Angesichts von Gewalt und Chaos brach die extrem nationalistische oppositionelle Radikale Partei (SRS) die Demonstration gegen die drohende Auslieferung Mladics ans UNO-Kriegsverbrechertribunal ab.

Mit einigen tausend Menschen waren deutlich weniger als erwartet zur Unterstützung von Mladic vor dem Parlament im Zentrum Belgrads erschienen. "Wir sind hier um diesen Verrätern zu zeigen, wie echte Serben einen serbischen Helden verteidigen", sagte ein Teilnehmer.

Proteste in Mladics Heimatstadt

Auch in Mladic' bosnischer Geburtsstadt Kalinovik gingen rund 3000 Menschen auf die Strasse. "Er war und bleibt für uns ein Held, der Beschützer des serbischen Volks", sagte ein junger Mann. Über der wichtigsten Strasse des Orts hing ein Banner mit der Aufschrift "Willkommen in Mladic's Stadt".

Der serbische Ex-General Ratko Mladic soll schon bald an das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überstellt werden. Bis Montagabend kann der 69-Jährige Einspruch gegen den Beschluss eines Belgrader Gerichts einlegen.

Doch die serbischen Behörden zeigen sich entschlossen, den mutmasslichen Kriegsverbrecher und möglichen Verantwortlichen für das Massaker von Srebrenica fast 16 Jahre nach Ende des Bosnien-Krieges und nach fast ebenso langer Flucht an das Tribunal auszuliefern.

"Spätestens in sieben Tagen" werde der Ex-General an das Tribunal ausgeliefert, teilte die serbische Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Kurz zuvor hatte ein Gericht entschieden, dass alle Voraussetzungen dafür erfüllt seien.

Mladic bestreitet jede Beteiligung am Massaker von Srebrenica 1995. Sein Sohn Darko erklärte am Sonntag, sein Vater habe nach eigener Aussage die Morde nicht angeordnet.

Mladic beteuert Unschuld

"Was immer in Srebrenica getan wurde, er hat damit nichts zu tun", sagte Darko Mladic vor dem Gefängnis, in dem sein Vater festgehalten wird. "Seine Anweisung war, die Verletzten zu evakuieren, die Frauen und die Kinder und dann die Kämpfer. Was immer hinter seinem Rücken getan wurde, er hat damit nichts zu tun."

Mladics Anwalt will an diesem Montag Berufung gegen den Auslieferungsbeschluss einlegen.

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SDA-ATS