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Der linkspopulistische bolivianische Präsident Evo Morales hat das Stromversorgungsunternehmen TDE, eine Tochter des spanischen Stromkonzerns REE, verstaatlicht.

Der Aktienanteil der REE an TDE werde "auf obersten Befehl" in staatlichen Besitz überführt, die Streitkräfte seien angewiesen, die Leitung von TDE zu übernehmen, sagte Morales am Dienstag im Präsidentenpalast in La Paz. Morales hatte in den vergangenen Jahren wiederholt zum 1. Mai die Verstaatlichung von Unternehmen angeordnet.

TDE wurde 1997 gegründet. Das Unternehmen besitzt drei Viertel des nationalen Stromnetzes. Seit 2002 wurde TDE über ein internationales Tochterunternehmen, das fast alle TDE-Anteile hielt, vom spanischen Stromkonzern REE kontrolliert.

Morales ist der erste indianisch-stämmige Präsident Boliviens. Er sieht sich seit einigen Wochen mit wachsendem Unmut seiner linksgerichteten Wählerschaft konfrontiert. Seit dem Amtsantritt 2006 ordnete er wiederholt Verstaatlichungen an, sowohl in der Öl- und Strom- als auch in der Metallindustrie.

Erst Ende April war im Nachbarland Argentinien vom Senat in erster Lesung ein Gesetz zur Teil-Verstaatlichung des grössten Ölkonzerns des Landes (YPF) gebilligt, der bislang vom spanischen Repsol-Konzern kontrolliert wurde.

SDA-ATS