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Boris Collardi ist überraschend als Chef der Privatbank Julius Bär zurückgetreten. Im kommenden Jahr wird er zur Genfer Privatbank Pictet wechseln. (Archiv)

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

(sda-ats)

Überraschend ist der 43-jährige Chef der Privatbank Julius, Boris Collardi, per sofort zurück getreten. Nachfolger wird sein bisherige Stellvertreter, der 58-jährige Bernhard Hodler. Die Bank plant bereits eine Zukunft nach Hodler.

Er sei überzeugt, dass der neue CEO die Bank in eine weitere erfolgreiche Zukunft führen werde, sagte Verwaltungsratspräsident Daniel Sauter am Montag an einer Telefonkonferenz. Dennoch leite der Verwaltungsrat "als Teil der laufenden Nachfolgeplanung einen Evaluationsprozess für die langfristige Führung der Gruppe ein". Bis auf weiteres sei aber Hodler CEO.

Das Ausscheiden von Collardi erfolgt offenbar auch für den Verwaltungsrat der Bank überraschend. Das Aufsichtsgremium sei erst am Wochenende von Collardi darüber informiert worden.

Persönliche Gründe seien dafür verantwortlich. Es habe keine Konflikte gegeben, betonte Sauter. Er bedankte sich bei Collardi für seine hervorragende Leistung und Führungsstärke und bedauerte den Rücktritt.

Senkrechtstarter

Der Westschweizer Collardi gilt als Senkrechtstarter in der Branche. Im Mai 2009 hatte er im Alter von gerade mal 34 Jahren und ohne akademische Weihen die Nachfolge von Alex Widmer an der Spitze von Julius Bär übernommen. Collardi verdiente sich zuvor seine Sporen im internationalen Private Banking bei den Grossbanken ab. 2006 wechselte er zu Julius Bär als Chief Operation Officer (COO).

Collardi sammelt Luxusuhren und liebt Sportwagen. Zu Reden gab in den vergangenen Jahren immer wieder sein Lohn. Als einer der bestverdienenden Manager der Schweiz strich er 2016 rund 6,5 Millionen Franken ein.

Nun wechselt Collardi zur Genfer Privatbank Pictet. Er wird dort mit dem geschäftsführenden Teilhaber Rémy Best voraussichtlich ab Mitte 2018 die Verantwortung für Pictet Wealth Management auf globaler Ebene tragen, wie Pictet am Montag mitteilte.

Kontinuität und Stabilität

Der neue Chef von Julius Bär, Bernhard Hodler, sei ein "Garant für Kontinuität und Stabilität", hiess es an der Telefonkonferenz. Hodler ist derzeit Chief Risk Officer von Julius Bär. Im September war er zum Stellvertreter von Chef Collardi ernannt worden.

Holder hat Jahrgang 1960 und arbeitet seit 1998 in verschiedenen Funktionen bei Julius Bär. Der neue CEO selber verwies auf seine 30-jährige Erfahrung in der Branche, davon 11 Jahre im internationalen Investmentbanking. Er freue sich auf die neue Herausforderung und wolle die erfolgreiche Reise der Privatbank fortsetzen, sagte Hodler. Er rechne nicht mit einer schwierigen Übergangsphase.

Julius Bär befinde sich in ausgezeichneter Verfassung und blicke auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück, betonte Sauter. Das starke operative Momentum der Gruppe widerspiegelte sich im Interim Management Statement für die ersten zehn Monate 2017, in denen Julius Bär rekordhohe verwaltete Vermögen von 393 Milliarden Franken verzeichnet habe. Er glaube an eine Fortsetzung dieser erfolgreichen Entwicklung, sagte Sauter.

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SDA-ATS