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Am Montag hat die zweite Woche des Prozesses gegen den geständigen norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik begonnen. Dabei entschuldigte sich Breivik bei einigen "unschuldigen" Opfern. Den Grossteil seiner Opfer hält Breivik jedoch für schuldig.

Einige der Verletzten oder Toten im Osloer Regierungsviertel hätten keine Verbindung zur Politik und den Ministerien gehabt, sagte Breivik am Montag vor Gericht. Diese Menschen seien nicht das eigentliche Ziel gewesen.

Breivik entschuldigte sich während seiner Befragung bei der Familie eines Bar-Besitzers, der unter den acht Todesopfern des Bombenanschlags auf Regierungsbüros in Oslo war. Es sei nicht seine Absicht gewesen, "Zivilisten" zu töten, sagte er.

Als die Staatsanwaltschaft nachfragte, ob er die Entschuldigung auch auf die Toten in den Regierungsgebäuden in Oslo und auf der Fjordinsel Utøya beziehe, verneinte der 33-jährige Angeklagte. Diese Taten seien "grausam, aber notwendig" gewesen, wiederholte er eine frühere Formulierung.

Breivik sieht sich als Opfer

Die jugendlichen Opfer auf Utøya seien alles andere als unschuldig, sondern politische Aktivisten, hatte Breivik bereits zuvor gesagt. "Utøya ist ein Lager zur politischen Indoktrination. Ich sehe alle multikulturellen politischen Aktivisten als Monster, als böse Monster, die sich wünschen, unser Volk auszumerzen, unsere ethnische Gruppe, unsere Kultur und unser Land", sagte Breivik.

Das Leid, das er den Familien seiner Opfer zufügte, verglich Breivik mit seiner eigenen Situation. Auch er habe nach den Anschlägen vom 22. Juli den Kontakt zu Freunden und Familie verloren. "Der einzige Unterschied war, dass ich es mir so ausgesucht habe. Ich habe mich geopfert", erklärte er.

Breivik betrachtet sich auch als Opfer eines rassistischen Komplotts. Die Fragen um seinen Geisteszustands dienten dazu, seine extreme anti-muslimische Ideologie zu diskreditieren. Wäre er ein "bärtiger Dschihadist", hätte niemand eine psychiatrische Untersuchung gefordert, sagte Breivik.

"Da ich aber ein militanter Nationalist bin, bin ich erheblichem Rassismus ausgesetzt. Sie versuchen alles zu delegitimieren, wofür ich stehe."

Der Geisteszustand des Attentäters, der sich als Verteidiger des norwegischen Volkes im Kampf gegen den Islam sieht, ist unter den Gerichtsexperten umstritten. Wird er für unzurechnungsfähig erklärt, landet er in der Psychiatrie, gilt er als zurechnungsfähig im Gefängnis und wird anschliessend verwahrt.

SDA-ATS