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Brüssel - Zwei Jahre nach Beginn der weltweiten Finanzkrise geht die EU-Kommission gegen den Missbrauch mit spekulativen Finanzprodukten vor. Brüssel will den gigantischen ausserbörslichen Handel mit Derivaten und Kreditausfallversicherungen vereinheitlichen.
Zudem soll der Handel mit solchen Produkten an die Börse kommen. Einen entsprechenden Vorschlag präsentierte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel.
"Kein Finanzmarkt darf Wild West-Gebiet bleiben", sagte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Bei Derivaten handelt es sich um Produkte, deren Preis sich nach den Kursschwankungen anderer Investments richtet.
Derivate sollen künftig über eine zentrale Abwicklungsstelle abgewickelt werden, die Ausfälle auffängt - wie nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers. Ein Transaktionsregister soll für Transparenz sorgen. Als Aufsichtsbehörde wird nach dem Willen der Kommission die neue europäische Wertpapieraufsicht ESMA agieren.
Das Geschäft mit Derivaten gilt als Hauptursache für die Finanzkrise, weil es hochgradig undurchsichtig ist und bislang nicht reguliert war. "Einzelne Pleiten sollen nie mehr das gesamte Finanzsystem destabilisieren wie im Fall der Lehman-Pleite", sagte Barnier.
Auflagen bei LeerverkäufenDie EU will auch Leerverkäufe besser kontrollieren. Bei diesen Transaktionen leihen sich Investoren wie Hedge-Fonds Aktien oder Anleihen, verkaufen diese und hoffen, sie vor der fälligen Rückgabe preiswerter einkaufen zu können.
Als riskant gelten insbesondere ungedeckte Leerverkäufe, bei denen sich der Investor das gehandelte Papier noch nicht einmal leihen muss.
Ungedeckte Leerverkäufe werden zwar nicht prinzipiell verboten, in Zukunft müsste der Investor aber die Beschaffung des zugrundeliegenden Papiers zumindest schon vereinbart haben. Zudem sollen Marktakteure den Aufsichtsbehörden Leerverkäufe melden müssen.
Dem Vorschlag müssen das Europaparlament und die 27 EU-Mitgliedsstaaten zustimmen. Barnier hofft, dass die Vorgaben Ende 2012 Gesetzeskraft erhalten.

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SDA-ATS