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Bondo ist am Freitag erneut von einem Murgang gestreift worden. Auch die Gefahr eines erneuten Bergsturzes ist noch nicht gebannt. (Archivbild)

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

(sda-ats)

In Bondo besteht weiter die Gefahr vor Felsstürzen. Im Val Bondasca staue sich viel Abbruchmaterial, das jederzeit in Bewegung geraten könne, sagte der Geologe Andreas Huwiler vom Bündner Amt für Wald und Naturgefahren im Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung".

Ein Teil der vier Millionen Kubikmeter Fels, die am Mittwoch vom Piz Cengalo abgebrochen waren, überdecke alte Ablagerungen, die noch vom letzten Bergsturz übrig geblieben seien. Deshalb sei das Reservoir an mobilisierbarem Material gegenwärtig "sehr, sehr hoch". Die grösste Gefahr bestehe, wenn es mehrere Tage lang heftig regne oder gewittere, sagte Huwiler.

Zur Frage nach dem Grund für einen der grössten Felsstürze in der Schweiz seit 100 Jahren stellt der Bündner Kantonsvertreter den auftauenden Permafrost als alleinige Ursache in Abrede. Der Permafrost sei sicher nicht der alleinige Auslöser gewesen, sagte Huwiler. Prozesse, die einem Bergsturz vorausgehen, würden Tausende von Jahren dauern. Solche Bergstürze seien deshalb weitgehend unabhängig von der Temperaturentwicklung. Sie könnten sich zu jeder Jahreszeit ereignen.

Keine dramatische Zunahme erwartet

Der Bündner Experte erwartet darum trotz des Klimawandels in den nächsten Jahrzehnten auch nicht eine dramatische Zunahme solcher Ereignisse. Er bezweifle, dass ein Effekt statistisch signifikant sein werde.

Eine flächendeckende Überwachung des Geländes hält Huwiler aus personellen und finanziellen Gründen für illusorisch. Der Kanton beschränke seine Anstrengungen auf Siedlungsgebiete, wo das Schadenpotenzial am grössten sei. In Graubünden entspreche diese rund zehn Prozent der Fläche.

Wandern und den Tourismus in den Bergen hält Huwiler weiterhin für sicher. Das Risiko, in den Bergen zu sterben, sei seiner Ansicht nach heute nicht grösser als früher. Es gebe Orte, die früher sicherer gewesen seien und es heute nicht mehr seien, sagte der Bergführer. Umgekehrt gebe es auch Routen, die man erst jetzt begehen könne. Die Gefahren würden sich ändern. Darauf müsse man sich einstellen.

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SDA-ATS