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Der Katarer Nasser Al-Khelaifi ist gleichzeitig Präsident des französischen Fussballclubs PSG, Direktor von BeIN Sports, des Sportkanals von Al Dschasira, und Mitglied des WM-Organisationskomitees für Katar 2022. Nun wird er von der Bundesanwaltschaft wegen Bestechung und Betrugs verhört.

Keystone/AP/CLAUDE PARIS

(sda-ats)

Nun hat auch Nasser Al-Khelaifi, Direktor von beIn Sports und Präsident des Fussballvereins Paris Saint Germain, der Bundesanwaltschaft Red und Antwort stehen müssen. Er soll den früheren FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke bestochen haben.

Die Anhörung bei der Bundesanwaltschaft (BA) dauerte am Mittwoch mehrere Stunden. BA-Sprecher André Marty sagte in der "Tagesschau" von Fernsehen SRF, dass Al-Khelaifi sich "kooperativ" gezeigt habe. So habe dieser auf die Fragen geantwortet. Das Verfahren nehme jetzt seinen Lauf, sagte Marty weiter. Dies dürfte "eine grosse Zeit in Anspruch nehmen".

Bereits am Vormittag hatte Marty gegenüber Medien vor dem Gebäude gesagt, "wegen der Übersetzung aber auch wegen der zahlreichen Fragen und der Antworten, die wir vom Beklagten haben wollen", werde die Befragung Stunden dauern. Rund ein Dutzend Personen seien bei der Befragung dabei, die meisten seien Anwälte der Parteien.

Al-Khelaifi selbst zeigte sich am Rande der Anhörung zuversichtlich. "Ich habe nichts zu verstecken", sagte er zu den Medien vor dem Gebäude. Er stehe der Bundesanwaltschaft weiterhin für Auskünfte zur Verfügung, falls diese dies wolle.

Zahlreiche Vorwürfe

Die BA hatte am 20. März eine Strafuntersuchung gegen Al-Khelaifi eröffnet. Der Katare ist neben seien Ämtern als PSG-Präsident und Direktor von BeIN, dem Sportkanal des katarischen TV-Senders Al Dschasira, auch Mitglied des Organisationskomitees für die WM 2022.

Er wird der privaten Bestechung, des Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung und der Urkundenfälschung im Zusammenhang mit der Vergabe der Übertragungsrechte für die Fussball-Weltmeisterschaften 2018, 2022, 2026 und 2030 beschuldigt. Wegen der gleichen Vergehen wird auch gegen einen Geschäftsmann im Bereich Sportrechte ein Verfahren geführt.

In Zusammenhang mit der Affäre wurden am 12. Oktober die Büros von beIN in Paris durchsucht. Auch in einer 7-Millionen-Euro-Villa in Porto Cervo in Sardinien kam es zu einer Hausdurchsuchung.

Die Residenz wurde von der italienischen Polizei beschlagnahmt. Sie soll vom Katarer als Korruptionsmittel benutzt worden sein, um vom ehemaligen FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke die Übertragungsrechte zugesprochen zu erhalten. Die beIN-Gruppe wie auch der Anwalt von Al-Khelaifi bestreiten jegliche Korruptionsvorwürfe.

Keine Untersuchungshaft

Valcke selber wurde am 12. Oktober angehört. Nach Angaben seiner Anwälte wies auch er alle Anschuldigungen zurück. In Untersuchungshaft wurde er nicht genommen. Er wird verdächtigt, im Zusammenhang mit der Vergabe von Medienrechten für die Fussball-Weltmeisterschaften von 2018, 2022, 2026 und 2030 von Al-Khelaifi und dem Geschäftsmann nicht gebührende Vorteile angenommen zu haben

In Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden in Frankreich, Griechenland, Italien und Spanien wurden zudem zeitgleich an verschiedenen Orten Hausdurchsuchungen durchgeführt.

25 weitere Verfahren hängig

Im Zusammenhang mit dem "Fussball-Untersuchungskomplex" sind laut BA bisher 180 Verdachtsmeldungen der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) eingegangen. Darunter sind die Verfahren gegen den früheren FIFA-Präsidenten Sepp Blatter und gegen Valcke sowie zum Thema Fussball-WM 2006 in Deutschland.

Im "Fussball-Untersuchungskomplex" - Vorkommnisse rund um den Weltfussballverband FIFA sind ein Teil davon - ermitteln die BA und die Justiz in den USA seit etwa zwei Jahren. Die BA führt dabei rund 25 Strafverfahren und analysiert eine Datenmenge von rund 19 Terabytes an sichergestellten Unterlagen.

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SDA-ATS