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"Historia de la meva mort" des Spaniers Albert Serra hat überraschend den Goldenen Leoparden des Festival del film in Locarno gewonnen. Das zweieinhalbstündige, konversationslastige Werk führt Casanova mit Dracula zusammen. Der Regisseur selber hatte den Film im Vorfeld "makellos" genannt.

Der Spezialpreis der Jury ging an "E agora? Lambra-me", der auch den FIPRESCI-Preis und einen Preis der Jugendjury erhielt. Der Portugiese Joaquim Pinto, der seit fast 20 Jahren mit HIV und Hepatitis infiziert ist, dokumentiert darin seine Teilnahme an einer Studie mit toxischen, bewusstseinsverändernden Substanzen. Mit 164 Minuten Länge erfordert der zweitplatzierte Film noch mehr Sitzfleisch als der erste.

Der Silberne Leopard für die beste Regie ging nach Südkorea an Hong Sangsoo für "U ri sunhi", einen sehr statischen Film über eine junge Frau und wie sie von drei in sie verliebte Männer gesehen wird. Eine Silberne Darsteller-Trophäe erhielt Fernando Bacilio für seine fast stumme Rolle in "El mudo".

Heimlicher Sieger des Festivals ist allerdings "Short Term 12" des Amerikaners Destin Cretton: Der Film über eine junge Frau, die in einer Auffangstation für problembelastete Jugendliche arbeitet, erhielt auf dem Festival minutenlangen Applaus und wurde mit insgesamt drei Preisen ausgezeichnet, darunter dem Silbernen Leoparden für die beste Hauptdarstellerin Brie Larson.

A Star is born

Es ist nicht deren erste Auszeichnung dieses Jahr. Im März war die 23-Jährige die Sensation am Festival South by Southwest in Austin, Texas: Dort erhielt sie für "Short Term 12" den Jury- und den Publikumspreis. Kurz darauf wählte die Zeitschrift "Entertainment Weekly" Larson zu den zehn meistversprechenden Newcomern.

Im Gegensatz zu anderen in Locarno ausgezeichneten Filmen wird das Schweizer Kinopublikum "Short Term 12" entdecken dürfen: Der Streifen hat in Locarno einen hiesigen Verleih gefunden, wie Festivalsprecherin Ursula Pfander der Nachrichtenagentur sda sagte.

Achtungserfolg für Schweizer Film "Tableau noir"

Numerisch am drittmeisten Nennungen auf den zahlreichen Ranglisten hatte nach "Short Term 12" und "E agora? Lambra-me" der Schweizer Film "Tableau noir" von Yves Yersin.

Die Dokumentation über eine abgelegene Schule im Jura erhielt im Hauptwettbewerb eine Lobende Erwähnung, eine weitere gab es von der Ökumenischen Jury. Die Jugendjury verlieh dem Streifen den Umweltpreis.

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SDA-ATS