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Bundesratskandidatin Isabelle Moret konnte mit ihrem Hearing die Mehrheit der Grünen für sich gewinnen. Der grosse Favorit bleibt aber der Tessiner Ignazio Cassis. (Archivbild)

Keystone/ALESSANDRO DELLA VALLE

(sda-ats)

Einen Tag vor der Bundesratswahl haben am Dienstag im Bundeshaus die letzten Hearings mit den drei FDP-Kandidaten stattgefunden. An der Ausgangslage hat sich wenig geändert: Ignazio Cassis gilt nach wie vor als Favorit.

Am Dienstagnachmittag standen für die Waadtländer Nationalrätin Isabelle Moret, den Tessiner Nationalrat Ignazio Cassis und den Genfer Staatsrat Pierre Maudet die Hearings bei der SP, BDP und GLP auf dem Programm. Die grösste dieser drei Fraktionen - die SP - hat sich noch nicht festgelegt.

Sie beschloss vorerst nur, sich an das offizielle FDP-Ticket zu halten, wie Fraktionschef Roger Nordmann (VD) am frühen Abend vor den Bundeshausmedien sagte. Zwar bedaure die SP, dass die FDP Laura Sadis nicht nominiert habe, sagte Nordmann. Diese hätte als Frau, Tessinerin und ehemalige Regierungsrätin alle Qualitäten auf sich vereint. Die SP wolle aber dennoch das FDP-Ticket honorieren.

Erneute Besprechung am Morgen

Ob die SP-Fraktion eine Wahlempfehlung ausspricht, entscheidet sie am Mittwochmorgen früh. Viele Fraktionsmitglieder seien unschlüssig, erklärte Nordmann. Sie wollten noch eine Nacht lang überlegen. Die Hearings seien informativ gewesen. Grosse politische Differenzen zwischen den Kandidaten seien aber nicht festzustellen gewesen. Es gehe eher um Unterschiede in den Persönlichkeiten.

Cassis sagte nach seinem Auftritt vor der SP-Fraktion, er habe sich als das verkauft, was er sei: als Freisinniger. Das habe nicht allen gefallen in der SP-Fraktion, doch das sei normal. Wichtig seien in allen Hearings die Fragen zur Europapolitik gewesen. Auf die Frage, wie er sich am Vorabend der Wahl fühle, sagte Cassis: "Ich bin ruhig, ich habe getan, was ich konnte."

Keine Empfehlung aus der CVP

Die CVP liess verlauten, es gebe keine Empfehlung für eine oder einen der Kandidaten. Sie hatte die Bundesrats-Anwärter schon letzte Woche angehört. Am Dienstagnachmittag fand nun eine ausführliche Diskussion zur Bundesratswahl statt.

Dabei kam die Fraktion zum Schluss, dass alle Kandidierenden wählbar und qualifiziert sind für die Nachfolge von Bundesrat Didier Burkhalter. Wilde Kandidaturen will die CVP nicht unterstützen.

GLP: offen

Auch die GLP will sich ans FDP-Ticket halten. Ob Cassis, Maudet oder Moret bevorzugt werden, sagte Fraktionschefin Tiana Moser (ZH) vor den Medienvertretern nicht. Die Mitglieder gewichteten unterschiedliche Faktoren unterschiedlich stark.

Moser erwähnte als entscheidende Kriterien die aussenpolitische Haltung der Kandidaten und deren Haltung zu den Bilateralen und zur Ökologie, aber auch eine angemessene Vertretung der Sprach- und Landesregionen. Ins Gewicht falle für einige Mitglieder, dass die Frauen oder Urbanität in der Landesregierung untervertreten seien.

Grüne für Moret

Die Grünen hingegen stellen sich mehrheitlich hinter Moret. Bei gleicher Qualifikation müsse das untervertretene Geschlecht gewählt werden, begründet die Partei den Entscheid.

Moret habe im Hearing von letzter Woche auch einen überaus überzeugenden Eindruck hinterlassen. Die Mehrheit der 13 Parlamentarierinnen und Parlamentarier der Fraktion werde ihr deshalb die Stimme geben.

BDP für Maudet

Die achtköpfige BDP-Fraktion wiederum spricht sich mehrheitlich für Pierre Maudet aus. Den Ausschlag gegeben habe das Kriterium der Regierungsfähigkeit, erklärte Fraktionspräsidentin Rosmarie Quadranti (BDP/ZH) vor den Bundeshausmedien.

Im Zentrum der Diskussion sei die Frage gestanden, wer eine gewisse Unabhängigkeit habe und Lösungen finde werde, welche die Schweiz weiterbringen könnten. Unter den drei guten Kandidaten habe Maudet in dieser Hinsicht am besten abgeschnitten.

SVP für Cassis

Bereits letzte Woche hatte die SVP eine klare Empfehlung abgegeben. Ihre Fraktion - die grösste unter der Bundeshauskuppel - unterstützt mehrheitlich Ignazio Cassis. Da Cassis auch aus der FDP und der CVP Stimmen erhalten dürfte, ist er schwer zu schlagen.

Wenn sich die Stimmen der Mitteparteien auf die anderen Kandidaten verteilen und nicht noch Absprachen - mindestens zwischen der SP und der CVP - stattfinden, stehen die Chancen für Cassis gut. Die Diskussionen werden jedoch bis zur Wahl weitergehen, am Abend im Berner Luxushotel Bellevue. Um 8 Uhr haben die Spekulationen ein Ende. Dann trifft sich die Vereinigte Bundesversammlung zur Wahl.

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SDA-ATS