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Nach dem diplomatischen Konflikt um den chinesischen Dissidenten Chen Guangcheng gehen die Behörden nun offenbar gegen die Familie und die Unterstützer des Bürgerrechtlers vor. Er befürchte Vergeltungsaktionen, erklärte Chen.

"Ich kenne die Situation nicht genau, aber es ist ein wirklich schlimmer Rachefeldzug", sagte der Aktivist am Donnerstag vom Spital in Peking in einem Telefongespräch in Peking. Sein Neffe Chen Kegui sei in der Gewalt lokaler Behörden.

Dessen Frau sei seit Tagen nicht mehr gesehen worden. "Auch andere sind in Gefahr", sagte Chen Guangcheng, der im Spital auf seine Ausreise wartet. "Chen Keguis Mutter und Vater sind bedroht worden."

Sein älterer Bruder und seine Schwägerin seinen unter Hausarrest gestellt worden, teilten Chen und eine chinesische Menschenrechtsorganisation am Donnerstag mit. Insgesamt stehe bereits rund ein Dutzend von Chens Verwandten unter Hausarrest, teilten Aktivisten mit.

Verhaftet wegen Flugblättern

Ebenfalls festgenommen wurde You Minglei. Der Vorwurf gegen ihn lautet "Untergrabung der Staatsgewalt", wie sein Vater telefonisch berichtete.

Sein Sohn hatte Flugblätter unter anderem mit der Aufschrift "Lehne Kommunismus ab und liebe dein Land" sowie Forderungen nach Demokratie und Freiheit verteilt. Die Polizei kündigte an, dem Vater den formellen Haftbefehl später geben zu wollen.

Die Flugblattaktion geschah Ende April an einer Universität in Nanchang, der Hauptstadt der Provinz Jiangxi, wie die in den USA ansässige Menschenrechtsorganisation Human Rights in China (HRiC) berichtete.

Darin wurde auch auf das Gedicht "Es ist an der Zeit" des Bürgerrechtlers Zhu Yufu verwiesen, der vor einem Jahr als Reaktion auf den arabischen Frühling zu Demonstrationen für demokratische Reformen in China aufgerufen hatte. Er wurde im Februar zu sieben Jahre Haft verurteilt.

Unsicher in China

Chen hatte durch seinen Einsatz für die Opfer von Zwangssterilisierungen und Landenteignungen den Zorn der Behörden auf sich gezogen. Am 22. April war er aus dem Arrest geflohen und hatte Zuflucht in der US-Botschaft in Peking gefunden.

Nach sechs Tagen verliess der 40-Jährige die Botschaft wieder und wurde in ein Pekinger Spital gebracht. Er fühlt sich in China aber nicht sicher und will gemeinsam mit seiner Familie in die USA ausreisen.

SDA-ATS