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In Larung Gar lebten einst mehr als 10'000 buddhistische Gläubige - heute leben dort weniger als halb so viele.

Keystone/AP/CHARLES TAY

(sda-ats)

China bringt eines der wichtigsten Zentren des tibetischen Buddhismus unter ihre Kontrolle. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) spricht von einer "Übernahme" der Verwaltung des Zentrums Larung Gar durch Funktionäre der kommunistischen Partei.

Demnach sollen die Akademie von Larung Gar und das dortige Kloster durch eine Mauer getrennt werden. Neue Posten in Finanzverwaltung, Bildung und Sicherheit sollen geschaffen und zum Grossteil mit Parteivertretern besetzt werden.

Die chinesische Führung will ausserdem Lehrinhalte und die Auswahlkriterien für Studenten festlegen. Human Rights Watch beruft sich in seinem Bericht auf eine offizielle Broschüre.

In dem in einem Tal in der südwestlichen Provinz Sichuan gelegenen Larung Gar lebten einst mehr als 10'000 buddhistische Gläubige. Die chinesische Regierung liess dann aber bis zum Frühjahr vergangenen Jahres zahlreiche Hütten abreissen. Seitdem leben dort weniger als halb so viele Menschen.

"Die administrative Übernahme von Larung Gar durch Parteivertreter zeigt, dass die Regierung nicht nur eine Verkleinerung der (Bewohner-)Zahlen in der Siedlung zum Ziel hatte", erklärte HRW-Chinadirektorin Sophie Richardson. "Die chinesischen Behörden setzen auch eine allgegenwärtige Kontrolle und Überwachung jeglicher Aktivität innerhalb religiöser Gemeinschaften durch."

Die chinesische Verfassung garantiert die Religionsfreiheit in dem Land. Die Regierung in Peking misstraut aber organisierten Bewegungen ausserhalb ihres Kontrollradius', darunter auch Religionsgemeinschaften, und hat nach Ansicht von Experten in den vergangenen Jahren ihr Vorgehen noch verstärkt. Viele Tibetaner werfen der chinesischen Regierung vor, ihre buddhistisch geprägte Kultur zu unterdrücken.

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SDA-ATS