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Die chinesischen Behörden haben am Montag mit harten Sicherheitsmassnahmen ein öffentliches Gedenken an die Niederschlagung der Proteste auf dem Tian'anmen-Platz in Peking vor 23 Jahren verhindert. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden hunderte Regierungskritiker aus der Hauptstadt weggebracht.

Um so lautstärkere Proteste gab es dafür im Internet: Das "Mütter von Tian'anmen" genannte Netzwerk der Angehörigen verlangte die Bestrafung der Verantwortlichen des brutalen Militäreinsatzes in der Nacht zum 4. Juni 1989 und Entschädigungen für die Opfer. Menschenrechtsgruppen appellierten an Chinas Führung, sich den "schlimmen Fehlern" ihrer Geschichte zu stellen.

USA fordern Freilassung der Gefangenen

Die US-Regierung rief ihrerseits dazu auf, alle noch inhaftierten Teilnehmer der damaligen Protestaktionen freizulassen. Chinas Regierung müsse Rechenschaft über diejenigen ablegen, die bei dem Militäreinsatz getötet, inhaftiert oder danach vermisst wurden, forderte das US-Aussenministerium am Sonntag (Ortszeit) in Washington.

Auch müsse die Schikane der Familien der Opfer und der Teilnehmer der damaligen Bewegung enden. "Wir erneuern unseren Appell an China, die universellen Menschenrechte aller seiner Bürger zu schützen", sagte Aussenministeriumssprecher Mark Toner. Peking müsse alle freilassen, "die ungerechterweise inhaftiert, belangt, eingekerkert, von der Bildfläche genommen oder unter Hausarrest gestellt wurden".

Der Sprecher des chinesischen Aussenministeriums, Liu Weimin, verwahrte sich gegen eine Einmischung der USA "in die inneren Angelegenheiten Chinas und unbegründete Beschuldigungen gegen die chinesische Regierung".

Tausende Tote und Verletzte vor 23 Jahren

Auf dem Tian'anmen-Platz hatten Studierende, Menschenrechtsaktivisten und Arbeiter im Frühjahr 1989 für mehr Demokratie demonstriert. Die Regierung liess die Kundgebungen in der Nacht zum 4. Juni blutig niederschlagen.

Die Soldaten eröffneten das Feuer und gingen mit Panzern gegen friedliche Demonstranten und Bewohner Pekings vor, die die Demonstranten auf dem Platz schützen wollten.

Offizielle Zahlen über die Opfer gibt es bis heute nicht. Schätzungen reichen von mehreren hundert bis zu einigen tausend Toten. Zehntausende sollen verletzt, Tausende inhaftiert worden sein.

SDA-ATS