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Axpo Super League - Rund 24 Stunden nach seiner Entlassung bei YB präsentiert sich Christian Gross in Bern den Medien. Der Zürcher nimmt Stellung zu seinem Scheitern.
Nach nur zehn Monaten ist die Zeit von Christian Gross als YB-Trainer vorbei. Der Zürcher erfuhr am Sonntagabend im Stade de Suisse von seiner Entlassung. CEO Ilja Kaenzig und der Technische Direktor Hansruedi Hasler haben sie ihm mitgeteilt. "Danach habe ich eine sehr schlechte Nacht verbracht", so Gross. In seiner neu bezogenen Wohnung in Bern-Muri suchte er nicht den Schlaf, sondern die Fehler, die ihn scheitern liessen. Gross gibt zu, Fehler gemacht zu haben. Aber vor allem ist er enttäuscht, dass er nicht mehr Zeit erhielt, um sein Projekt in Bern weiterzuführen, denn "die Leute wussten, dass ich ein Mann bin, der längerfristig plant".
Gross wurde bei YB vor knapp einem Jahr als Titeltrainer und Erfolgsgarant vorgestellt. Mit ihm wollte YB die Phase 3 starten, die Phase der Titelgewinne. Logisch, geht die Entlassung nach nur zehn Monaten nicht spurlos am Zürcher vorbei. "Ich bin enttäuscht. Sehr enttäuscht sogar. Meiner Meinung nach wurde das Projekt zu früh gestoppt", sagte Gross. "Es ist mir nicht gelungen, bei YB eine absolute Winner-Mentalität einzupflanzen. Zudem haben wir im Herbst gerade in den Heimspielen auf dem Kunstrasen vielleicht zu offensiv gespielt. Aber ob das ein Fehler war? Ich liess den Fussball spielen, der mir entspricht. Ich bin ein mutiger, offensiver Mensch."
Gross übte sich nicht nur in Selbstkritik, sondern nahm auch sein (ehemaliges) Personal in die Verantwortung. "Viele Leistungsträger haben ihre Führungsrolle nicht so interpretiert, wie ich mir das wünschte."
Um seine Zukunft als Trainer macht sich Gross keine allzu grossen Sorgen. "Ich habe immer bewiesen, dass ich eine Mannschaft aufbauen kann. Bei Tottenham und in Stuttgart gelang es mir, Teams vor dem Abstieg zu retten. Ich kann auch eine Nachwuchsmannschaft trainieren."
Im Anschluss an die Medienkonferenz mit Gross äusserten sich auch die YB-Verantwortlichen. "Wir sind zu weit vom Kurs abgekommen", sagte CEO Ilja Kaenzig. "Wir hätten auch entscheiden können, Christian Gross noch eine Chance zu geben und dann vielleicht nochmals." Aber Gross von Ultimatum zu Ultimatum hangeln zu lassen, wollten sie in Bern nicht. "Das wäre für den Trainer unwürdig gewesen."
Die Resultate und die Tabelle sprachen bei einer Zwischenbilanz nach zehn Monaten nicht für Gross. Und doch scheint es, als hätten andere Gründe zur Trainerentlassung geführt. Das Umfeld, die Fans vor allem, reagierte schon länger negativ auf Gross und den Fussball, den er spielen liess. Insider wollen von Sponsoren wissen, welche auf dem Absprung sind. Der Verkauf von Saisonkarten ist rückläufig.

SDA-ATS