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Christo will nach Tod von Jeannne-Claude Arbeit fortsetzen

Dieser Inhalt wurde am 20. November 2009 - 18:01 publiziert
(Keystone-SDA)

New York - Trauer um die US-Verhüllungskünstlerin Jeanne- Claude: Ihr Ehemann Christo, der 51 Jahre lang mit ihr zusammen gelebt und gearbeitet hat, schrieb auf der gemeinsamen Internetseite, er sei "tieftraurig" über den Tod seiner Frau und Partnerin.
Er wolle die gemeinsame Arbeit fortsetzen - "so wie Jeanne-Claude es gewünscht hätte", schrieb Christo. Die in Casablanca geborene Amerikanerin war am Mittwoch im Alter von 74 Jahren in New York an einer Hirnblutung gestorben.
New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg würdigte sie als "eine unserer grossen Künstlerinnen". Die safrangelben Stofftore des Paares 2005 im Central Park seien eines der aufregendsten Projekte öffentlicher Kunst gewesen, die es je gegeben habe, erklärte Bloomberg.
Der Rostocker Kunstkurator Ulrich Ptak, der eine der letzten Ausstellungen des Paares in Deutschland betreut hatte, reagierte bestürzt: "Ich bin unglaublich traurig darüber. Jeanne-Claude war eine tolle Frau und Künstlerin, wir hatte hier wunderbare Tage mit ihr." Die Sonderschau der beiden in der Rostocker Kunsthalle hatte 2006 knapp 15'000 Besucher angelockt.
In Internetblogs drückten auch viele Fans ihrer fantasievollen und beschwingten Projektkunst Trauer und Bestürzung aus. "Ich habe eine so wundervolle Erinnerung an die Zeit, als es die "Tore" im Central Park gab", schrieb etwa ein Cocolola. "Das war unwirklich und herrlich. Danke Dir, Jeanne, für Deine wunderbare Vision.".
Das Paar gehörte zu den schillerndsten und spannendsten Persönlichkeiten der internationalen Kunstszene. Sie kamen 1935 am gleichen Tag auf die Welt, hatten sich 1958 in Paris kennengelernt und vier Jahre später geheiratet. Seit 1994 stehen offiziell beide Namen zusammen und gleichberechtigt für ihre Werke.
Bis zum Zeitpunkt des Todes planten sie noch zwei gemeinsame Projekte, die Christo nun vollenden will: Am amerikanischen Fluss Arkansas soll eine mehr als zehn Kilometer lange Strecke mit einer glänzenden Gewebewoge verhüllt werden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ein Projekt mit mehr als 400'000 aufgestapelten Ölfässern geplant.

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