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Fünf Tage nach dem SFV tritt auch der Deutsche Fussball-Bund (DFB) mit seinen Analysen und Konsequenzen des russischen WM-Sommers an die Öffentlichkeit.

Und wie in der Schweiz blieben auch in Deutschland grössere Veränderungen (vorerst) aus.

Der einzige neue Fakt: Thomas Schneider ist nicht mehr Assistent von Nationaltrainer Joachim Löw. Er übernimmt die Leitung des Scoutings. Die Wegbeförderung von Schneider betrifft auch den Schweizer Urs Siegenthaler, der bisher Chefscout war.

Allerdings wird Siegenthaler im Gegensatz zu den Spekulationen von deutschen Medien in den letzten Tagen den DFB nicht verlassen müssen. "Wir wollten ganz bewusst einen Fachmann im Scouting-Team haben, was die Analyse der Gegner betrifft. Urs Siegenthaler wird selbstverständlich weiter in diesem Bereich zuständig sein", sagte Löw.

Vor der Pressekonferenz vom Mittwoch in München war durchgesickert, dass man im DFB mit der Arbeit Siegenthalers an der WM nicht zufrieden war. "Ihm wird vorgeworfen, die Taktik Mexikos falsch vorausgesagt zu haben", schrieb "Die Zeit" vor zwei Tagen. Demnach war die deutsche Mannschaft von den Kontern der Lateinamerikaner überrascht worden. Der Titelverteidiger verlor das Startspiel gegen Mexiko 0:1.

Schleppender Ballbesitz-Fussball

Laut kicker.de präsentierte Löw mittels Powerpoint-Analyse auch die Auswirkungen des missratenen "Ballbesitz-Fussballs" und dem fehlenden Feuer. Es führte in der Summe zu 22 Prozent weniger Sprints nach vorne als noch während der WM-Qualifikation, anteilig 13 Prozent weniger Pässe nach vorne und etwa ein Viertel mehr benötigte Zeit von der Ballannahme bis zum Abspiel (1,51 statt 1,19 Sekunden) als bei der WM 2014 - und dazu eine miserable Chancenverwertung (30 benötigte Schüsse mehr für ein Tor als noch 2014).

Das historische Debakel mit dem ersten Scheitern in der WM-Vorrunde in der Geschichte des DFB erklärte Team-Manager Oliver Bierhoff mit der mangelnden Einstellung der Mannschaft. "Wir sind selbstgefällig aufgetreten und haben die Unterstützung der Fans für zu selbstverständlich gehalten", sagte er. Man habe gedacht, dass das ein Selbstläufer sei, so Bierhoff.

Löw unterschätzte den "Fall Mesut Özil"

Löw gab zudem zu, dass man den Fall Mesut Özil nach dessen Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan "absolut unterschätzt" habe. "Wir dachten, dass wir das Thema aus der Welt schaffen mit dem Treffen beim Bundespräsidenten. Mein einziger wichtiger Gedanke war, uns richtig auf die WM vorzubereiten", sagte Löw. "Dieses Thema hat Kraft gekostet und war nervenaufreibend, weil es immer wieder da war."

Mittlerweile ist Özil aus dem Nationalteam zurückgetreten. Die Art seines Abgangs war in Deutschland tagelang das grosse Thema - auch in der Politik. "Mit seinem Vorwurf über Rassismus hat Mesut ganz einfach auch überzogen. Es gab nie in der Mannschaft auch nur einen Ansatz von Rassismus, keinen Ansatz von rassistischen Äusserungen", so Löw. Und Bierhoff meinte dazu: "Es schmerzt uns alle, dass dieser Rücktritt so vollzogen wurde."

Özil ist nicht der einzige WM-Teilnehmer, der für die beiden Länderspiele von Anfang September gegen Weltmeister Frankreich in München (Nations League) und WM-Teilnehmer Peru in Hoffenheim (Testspiel), nicht (mehr) dabei ist. Wie der Offensivspieler hat auch Stürmer Mario Gomez (33) seinen Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt. Vorerst nicht mehr dabei ist auch Sami Khedira, ein weiterer Weltmeister von 2014.

Insgesamt hat Löw 17 WM-Teilnehmer von Russland nominiert. Ergänzt wird das Kader von Leroy Sané (Manchester City), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen) und Nils Petersen (Freiburg). Diese hatten vor der WM den letzten Kader-Cut nicht überstanden. Ein Aufgebot erhielten zudem die drei Neulinge Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain), Nico Schulz (Hoffenheim) und Kai Havertz (Bayer Leverkusen).

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SDA-ATS