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Credit Suisse: Knapp 30 Prozent der Aktionäre gegen Millionenboni

Dieser Inhalt wurde am 30. April 2010 - 16:53 publiziert
(Keystone-SDA)

Bern - Die Aktionäre der Credit Suisse haben ihrer Führung einen Schuss vor den Bug gesetzt. An der Generalversammlung richteten sich knapp 30 Prozent der Aktionärsstimmen gegen den umstrittenen Vergütungsbericht.
Um dieses Resultat zu erreichen, mussten neben den Kleinaktionären auch grössere Aktionäre gegen die Millionenboni stimmen. Dass nur noch zwei Drittel der Eigentümer hinter den teils rekordhohen Salären stehen, ist für CS-Präsident Hans-Ulrich Doerig ein Grund zum Handeln.
Die CS werde die Lohnsysteme verbessern, um wieder mehr Zustimmung der Aktionäre zu bekommen. "Das ist uns sehr wichtig", sagte der oberste Konzernverantwortliche zu den 2400 GV-Teilnehmern im Zürcher Hallenstadion.
Verwaltungsrat Aziz Syriani, den auch grössere Aktionärsgruppen wegen seiner Verantwortung für die jüngsten Bonusexzesse zur Abwahl empfohlen hatten, erhielt ebenfalls einen Denkzettel: Er brachte für seine Wiederwahl nur 68,2 Prozent der Stimmen hinter sich. Seine Kritiker, darunter die Anlagestiftung Ethos, konnten 27,3 Prozent Neinstimmen zusammentrommeln.
Andere zur Wiederwahl stehende Verwaltungsräte bekamen für weitere drei Jahre Amtszeit jeweils über 95 Prozent der Stimmen. Fast 99 Prozent erhielten der US-Versicherungsmanager Robert Benmosche und die Vertreterin des Emirats Katar, Jassim Bin Hamad Al-Thani, die neu ins Gremium kommen.
An der GV von Konkurrentin UBS hatten vor gut zwei Wochen über 39 Prozent den Vergütungsbericht abgeleht und der Bankführung für 2007 die Entlastung verweigert. Bei den CS-Aktionären kam die so genannte Décharge für das vergangene Jahr mit über 90 Prozent durch, so wie auch die übrigen Traktanden keine Diskussionen verursachten.
Weite Teile der viereinhalb-stündigen GV bestanden aus einer eigentlichen Redeschlacht. Den Auftakt machte der zur Galionsfigur des Aktionärswiderstandes gewordene Ethos-Direktor Dominique Biedermann, der von exzessiven Vergütungshöhen und fehlender Transparenz sprach.
Der sogenannte SISU-Entschädigungsplan könnte in einigen Jahren dazu führen, dass die elf Geschäftsleitungsmitglieder bis zu 1 Mrd. Fr. erhielten. Selbst wenn es katastrophal laufe, würden sie immer noch 5 Mio. pro Person erhalten, sagte Biedermann.
Andere Kleinaktionäre verschärften den Ton noch: Von "schamloser Bereicherung" über "allergrösstes Schmarotzertum" bis hin zu "legalisiertem Diebstahl" reichten die Prädikate, welche die Aktionäre dem Bonusregen für die Topkader ihrer Bank verpassten.

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