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An einer im Vergleich zu Finanzkrisenzeiten ruhigen Generalversammlung haben die Aktionäre der Credit Suisse der Schaffung neuer Kapitalreserven zugestimmt. Auch die Millionenboni für Top-Manager gaben nicht mehr so viel zu reden wie früher.

93,46 Prozent der am Freitag im Zürcher Hallenstadion vertretenen Stimmen gaben der CS-Führung grünes Licht für die Bildung von Reserven mithilfe so genannter Coco-Bonds. Damit wurde die erforderliche Zweidrittelmehrheit spielend erreicht. Nur 5,74 Prozent sagten Nein.

Die CS kann nun bedingtes Kapital von 16 Mio. Fr. zur Unterlegung der Cocos schaffen. Die Cocos ("Contigent Convertible Bonds") sind Obligationen, die im Krisenfall in Aktien umgewandelt werden. Die CS benötigt sie, um ihr Kapital um jene Milliarden aufzustocken, die zur Erfüllung neuer regulatorischer Vorschriften notwendig werden.

Für die Schweizer Grossbanken CS und UBS dürfte ab 2018 eine Richtschnur gelten, die 19 Prozent Eigenkapital zur Absicherung der Aktiven vorschreibt. Das letzte Wort hat hier die Politik.

Kritik an Cocos fruchtet nicht

Die Kritik der Anlagestiftung Ethos, welche Pensionskassen vertritt, an den Finanzierungsvehikeln griff nicht. Ethos-Direktor Dominique Biedermann sagte vor den Aktionären im Zürcher Hallenstadion, die Cocos dienten nur der Absicherung von Handelsgeschäften der Investmentbank. Dies mache die CS weder rentabler noch sicherer.

Verwaltungsratspräsident Hans-Ulrich Doerig entgegnete Biedermann mit dem Argument, die CS habe seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008 zahlreiche Risiken abgebaut und ihr Geschäftsmodell geändert. Zudem sei es ein oberstes Ziel, dass die Cocos nie in Aktien gewandelt werden müssten.

Weniger Widerstand gegen Vergütungen

Die Löhne und Boni für die Top-Kader gaben weniger zu reden als im Vorjahr. In der Abstimmung zum jährlich verfassten Vergütungsbericht, die wie immer nicht rechtlich bindend ist und von der CS freiwillig durchgeführt wird, sagten 23,45 Prozent nein. Vor einem Jahr waren es knapp 30 Prozent gewesen.

74,11 Prozent zeigten sich einverstanden mit dem Vergütungsbericht 2010, der total 160,3 Mio. Fr. in Cash und aufgeschobenen Boni für die 16 Geschäftsleitungsmitglieder vorsieht. Neben den Aktionärsvertreterinnen Ethos und Actares äusserten sich einige Aktionäre zum diesem Traktandum. Vor einem Jahr hatte noch eine eigentliche Redeschlacht mit einer langen Rednerliste um die Vergütungen getobt.

Bei aller Kritik erkannten Votanten an, dass die CS ihre Lohnsysteme angepasst habe. Exzesse wie jene 71 Mio. Franken, die CS-Chef Brady Dougan 2010 aus einem früheren Langfrist-Programm erhalten hatte, kämen nicht mehr vor, verspricht die CS.

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SDA-ATS