Das Thema Cybersicherheit sollte auch 2019 bei Schweizer Unternehmen ganz oben auf der Liste stehen. "Die Gefahr für Firmen steigt im laufenden Jahr nochmals massiv an", sagte die IT-Expertin Sonja Meindl vom Softwareunternehmen Check Point gegenüber AWP.

Dies habe vor allem mit den generellen Markttrends im IT-Bereich zu tun. So erhöhe etwa die zunehmende Speicherung von Daten in der Cloud oder das "Internet of Things" (IoT) die Angriffsfläche: "Gerade im IoT-Bereich sind Endgeräte meist zu wenig geschützt und damit den Angriffen von Hackern ausgeliefert", erklärte Meindl.

Rechenleistung angezapft

Studien hätten zudem gezeigt, dass Cyberattacken mittlerweile von Unternehmen als grösstes Risiko eingeschätzt werden. Bemerkenswert dabei sei, dass zwar sehr viel Geld in die Abwehr solcher Angriffe gesteckt werde, die subjektive wahrgenommen Unsicherheit bei vielen Firmen aber steige.

Angesprochen auf die Art der Attacken benennt Meindl vor allem zwei Angriffsformen. Neben den bereits seit mehreren Jahren bekannten Erpressungsversuchen von Hackern mittels sogenannter Ransomware, habe im letzten Jahr insbesondere das Anzapfen von Rechenleistung zu den beliebtesten Formen von Cyberattacken gehört. Damit würde Hacker mit fremder Computerpower etwa Kryptowährungen wie Bitcoin günstiger "schürfen" können, erklärte die IT-Expertin Meindl.

Finma-Chef fordert Abwehrzentrum

Auch der Leiter der Finanzmarktaufsicht Finma, Mark Branson, ist sich den Risiken von Cyberangriffen durchaus bewusst. Angesichts der steigenden Anzahl von Attacken forderte er in einem Interview mit der "SonntagsZeitung" ein nationales Abwehrzentrum gegen Cyberkriminelle. Dem Finma-Chef bereiten verständlicherweise vor allem die Risiken für die Finanzbranche grosse Kopfschmerzen: "Der Finanzsektor wird technologisch immer vernetzter und damit immer verletzlicher", sagte er gestern gegenüber der "SonntagsZeitung".

Bisher sei zwar keine Bank durch einen Hackerangriff lahmgelegt worden oder habe einen massiven Datenverlust hinnehmen müssen. Dies dürfe aber nicht dazu führen, dass man sich in falscher Sicherheit wiege. Für Branson stehen indes nicht nur kriminelle Machenschaften im Vordergrund, sondern auch Angriffe durch staatliche Stellen oder Attacken durch Terroristen. Es gehe weniger darum, wo ein Abwehrzentrum des Bundes gegen Cyberattacken anzusiedeln sei, sondern vielmehr darum, möglichst bald eine solche Stelle einzurichten, so seine Forderung.

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