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Dänemarks Regierung will den Vorruhestand weitgehend abschaffen und das Rentenalter langfristig auf mehr als 70 Jahre anheben. Der rechtsliberale Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen legte am Dienstag in Kopenhagen radikale Reformpläne vor.

Damit will er den unausweichlichen Mangel an Arbeitskräften in kommenden Jahrzehnten bekämpfen. "Es geht hier um die Lebensfähigkeit der dänischen Wirtschaft", sagte Rasmussen.

Das in den 90er Jahren eingeführte Recht auf Vorruhestand mit 60 soll für jetzt unter 45-Jährige komplett abgeschafft werden. Für Ältere wird es stufenweise eingeschränkt. Davon hatten vor allem Berufstätige aus niedrig entlöhnten Einkommensgruppen Gebrauch gemacht. Rasmussen sagte, man könne nicht "gesunde Menschen dafür bezahlen, dass sie aufhören zu arbeiten."

Das bisherige gesetzliche Rentenalter von 65 Jahren will Rasmussen bis 2014 auf 67 Jahre anheben. Danach soll es stufenweise parallel zum durchschnittlichen Anstieg der Lebenserwartung steigen. Demnach müssen sich heute 30-Jährige auf ein Arbeitsleben bis 71 einstellen.

Das bisherige System gilt als teuer für die Staatskasse. Dänemark hatte bis zur Finanzkrise einen beispiellosen Wirtschaftsboom über fast anderthalb Jahrzehnte erlebt, kämpft aber seit 2008 mit zunehmenden Löchern in der Staatskasse.

Die oppositionellen Sozialdemokraten nannten die Reformpläne "brutal und nicht akzeptabel". Rasmussen und seine Koalitionspartner von den Konservativen haben dafür im Parlament keine Mehrheit, weil auch die rechtspopulistische DVP dagegen ist. Sie fungiert seit Anfang 2002 als Mehrheitsbeschafferin für die Minderheitsregierung. Bis spätestens November sind in Dänemark Neuwahlen fällig.

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SDA-ATS