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Strassenschächte werden oft zu tödlichen Fallen für Amphibien.

Jean-Baptiste Evard

(sda-ats)

Hunderttausende Frösche, Kröten und Molche verenden jedes Jahr in Schweizer Strassenschächten. Der Verein Frog-The Planet will dies mit selbstgebastelten Froschleitern verhindern. Die Stadt Frauenfeld hat einen Versuch gestartet.

Frauenfeld hat in den vergangenen Wochen fünfzig Strassenschächte mit Amphibienleitern ausgestattet. Dank dieser Ausstieghilfen können Tiere wieder ins Freie klettern, wenn sie in einem Schacht gefangen sind. Sonst droht den Fröschen, Kröten und Molchen ein qualvoller Tod durch Verhungern oder Ertrinken.

Die Leitern hat der Amphibienschützer Jean-Baptiste Evard zusammen mit Freiwilligen eingebaut, wie der Frauenfelder Werkhof einen Bericht der "Thurgauer Zeitung" bestätigte. Der Student sei auf die Stadt Frauenfeld zugekommen und habe die Spezialmatten für zwanzig Franken das Stück montiert. Wenn der Versuch erfolgreich laufe, wolle der Werkhof weitere 500 bis 1000 der insgesamt 6000 Schächte auf Stadtgebiet umrüsten.

Evard engagiert sich seit fünf Jahren für Amphibien und ist zusammen mit Gleichgesinnten an der Gründung des Vereins Frog-The Planet. Er habe bereits als Kind Frösche aus Strassenschächten befreit, erzählte Evard der Nachrichtenagentur sda.

Seit ein paar Jahren hat sich der 31-Jährige ganz dem Amphibienschutz verschrieben. Jeden Schacht, an dem er vorbeikomme, müsse er kontrollieren. "Es ist fast zwanghaft, aber es lohnt sich. Oft sitzen zahlreiche Frösche und Kröten in einem einzigen Schacht fest", sagte der Student aus Wolfhausen ZH.

Günstige Alternative

Zwar gebe es bereits Ausstiegshilfen auf dem Markt, sagte Evard. Diese seien jedoch oft teuer und erschwerten das Reinigen der Schächte. Zusammen mit einem Freund hat er eine einfache und billige Alternative entwickelt.

Die Ausstieghilfen bestehen aus zwei zusammengehängten Böschungsmatten, welche normalerweise verwendet werden, um eine Böschung vor Erosion zu schützen. Die Matten aus langlebigem Kunststoff werden auf die nötige Grösse zugeschnitten und mit Chromstahlkabeln am Schachtdeckel befestigt. Die Amphibien können an der schräg hängenden Matte hochklettern und entkommen. Trotzdem kann der Strassenunterhaltsdienst den Schacht ohne Mehraufwand reinigen.

Analyse per Google Earth

Unermüdlich weibelt der junge Mann, um Frösche zu retten. Auf Google Earth schaue er zuerst, wo es in einer Stadt kritische Schächte habe. Meist sei dies in der Nähe des Waldes oder von Teichen. Vor Ort überprüfe er dann einige Schächte und gehe wenn nötig auf die Behörden zu.

Einige Gemeinden im Kanton Zürich haben die Ausstiegshilfen in den vergangenen Jahren montiert und gute Erfahrungen gemacht. Nun ist Evard in der Ostschweiz unterwegs. "Ich bin erstaunt, wie offen die Behörden sind", sagte Evard. Nach Frauenfeld ist die Stadt St. Gallen an der Reihe, wo der Amphibienschützer zusammen mit dem Naturhistorischen Museum nach einer Lösung für das Froschproblem suchen will.

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SDA-ATS