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Das "Kaltduschen-Argument" des Nein-Lagers gegen das Energiegesetz war bei vielen Gegner ausschlaggebend für den Stimmentscheid. Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung lehnt aber mittlerweile Atomkraftwerke ab. Deshalb kam die Energiestrategie komfortabel durch. (Archivbild)

KEYSTONE/ANTHONY ANEX

(sda-ats)

Das Energiegesetz ist vor allem aus umweltpolitischen Gründen und wegen des breiten Willens zum Atomausstieg angenommen worden. Das hat die VOTO-Studie zur Abstimmung vom 21. Mai ergeben. Die SVP-Anhänger, die am stärksten zum Nein neigten, glänzten durch Abwesenheit.

Die Befürworter des Energiegesetzes, das mit 58,2 Prozent angenommen wurde, hiessen das Projekt mehrheitlich gut, weil sie sich für den damit verbundenen Atomausstieg aussprachen. Für 38 Prozent war die Ablehnung des Atomstroms das wichtigste Motiv, wie aus der am Donnerstag publizierten VOTO-Studie der Forschungsstellen FORS und ZDA sowie des Befragungsinstituts LINK hervorgeht.

Laut den Forschern zeigten sich die Stimmberechtigten diesmal überzeugt vom Zeitplan für den Atomausstieg. Das steht im Gegensatz zum rascheren Ausstieg, den die Grünen mit ihrer Atomausstiegsinitiative anpeilten. Eine Mehrheit hatte diesen Zeitplan nicht für realistisch gehalten und die Initiative im November 2016 abgelehnt.

Ebenfalls sehr wichtig waren für die Befürworter umweltpolitische Gründe, wie die Förderung erneuerbarer Energien oder der Klimaschutz. 34 Prozent machten solche Motive als wichtigste Entscheidgründe geltend.

Gegner fürchten Kosten

Bei den Gegnern standen die Kosten der Energiewende - das Hauptargument des Nein-Lagers - und die Sorge um die Versorgungssicherheit im Vordergrund: 27 Prozent entschieden sich vor allem für ein Nein, weil sie die finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen fürchteten. Weitere 22 Prozent sahen die Versorgungssicherheit als Hauptproblem, etwa weil sie an alternativen Energien zweifeln.

Fast keine Rolle spielten die Kosten und die Versorgungssicherheit dagegen bei den Befürwortern.

Eine Links-Rechts-Angelegenheit

Eine klare Sache war das Energiegesetz im links-grünen Lager: Anhänger von Grünen, SP und Grünliberalen sagten fast geschlossen Ja. Die Befragung zeigte: Je linker eine Person eingestellt ist, umso eher stimmte sie mit Ja.

Wenig überraschend war die Anhängerschaft der FDP fast hälftig gespalten. Die Freisinnigen hatten auf nationaler Ebene die Ja-Parole ausgegeben, zahlreiche Kantonalsektionen empfahlen jedoch ein Nein. Die CVP stimmte mit einer knappen Zweidrittelsmehrheit mit ihrer Umweltministerin Doris Leuthard.

Auf der anderen Seite lehnten Sympathisanten der SVP, die das Referendum ergriffen hatte, das Energiegesetz mit 84 Prozent Nein mit Abstand am deutlichsten ab. Von allen Parteien wies die SVP aber auch die geringste Stimmbeteiligung (38 Prozent) auf.

Jüngere eher dafür

Betrachtet man den Stimmentscheid nach Alter, fällt auf, dass das Energiegesetz bei den Jüngeren den grössten Rückhalt genoss. Der Ja-Anteil sank mit steigendem Alter. Für die 18- bis 29-Jährigen ermittelten die Forscher einen Ja-Anteil von 78 Prozent. Die über 70-Jährigen lehnten die Vorlage dagegen ab (53 Prozent Nein).

Die Bundeskanzlei lässt nach den eidgenössischen Volksabstimmungen jeweils in einer Umfrage die Beweggründe der Stimmberechtigten untersuchen. Bis Mitte 2016 waren die VOTO-Studien unter dem Namen VOX-Analysen bekannt.

Zwischen dem 23. Mai und dem 7. Juni wurden 1518 Personen aus den drei Sprachregionen der Schweiz befragt. Die ermittelten Prozentwerte weisen laut den Forschern teilweise einen beträchtlichen Stichprobenfehler auf.

SDA-ATS