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Bis nach Rikitea in französisch Polynesien sind die Auswirkungen des Ozonlochs über der Antarktis zu spüren.

Wikimedia Commons

(sda-ats)

Das Ozonloch über der Antarktis wirkt sich auch noch auf den 10'000 Kilometer entfernten tropischen Pazifik aus. Das berichten Berner Klimaforscher. Solch weitreichende Verbindungen im Klimasystem seien faszinierend, aber auch beunruhigend, sagt einer der Experten.

Das Ozonloch, das sich in jedem südhemisphärischen Frühling über der Antarktis öffnet und im Oktober sein Maximum erreicht, wirkt sich über weite Strecken aus: Nämlich auch noch auf den Niederschlag in den Tropen. Das zeigt eine Studie unter Leitung des Oeschger-Zentrum für Klimaforschung der Universität Bern.

Beispielsweise habe in Rikitea in französisch Polynesien der Niederschlag von Oktober bis Dezember zwischen den 1960er und den 1990er Jahren um 50 Prozent zugenommen, schrieb die Hochschule in einer Mitteilung vom Dienstag. Ein Grossteil davon lasse sich auf den Einfluss des Ozonlochs zurückführen, wie die Untersuchung auf Basis von Simulationen mit verschiedenen Klimamodellen und Analysen von Beobachtungsdaten der letzten 60 Jahre zeigte.

Faszinierend, aber auch beunruhigend

Gemäss der Studie, die im Fachblatt "Environmental Research Letters" erscheint, verursacht das Ozonloch einen Hochdruckrücken östlich von Neuseeland. Von dort aus erstrecke sich ein wellenförmiges Zirkulationsmuster über den Südpazifik und führe zu einer Zunahme der Niederschläge in der Spitze der südpazifischen Konvergenzzone, schrieb die Uni Bern. Diese Konvergenzzone lässt während des Südsommers das weltweit grösste Regenband entstehen.

"Dass es im Klimasystem Verbindungen zwischen so weit entfernten Orten gibt, ist faszinierend", sagte Studienleiter Stefan Brönnimann gemäss der Mitteilung. Beunruhigend sei allerdings, dass der Mensch daran die Schuld trage.

Nachdem sich die Staatengemeinschaft Ende der 1980er Jahre dazu verpflichtet hat, die Verwendung ozonschädigender Stoffe zu reduzieren, erholt sich die Ozonschicht langsam. Die Welt-Organisation für Meteorologie WMO geht davon aus, dass sich die Ozonschicht bis 2050 regenerieren könnte.

Treiber für den Klimawandel

Auch dies hätte der Studie zufolge dann wieder weitreichende Effekte und wird voraussichtlich die Niederschläge im tropischen Pazifik reduzieren: "Unsere Studie zeigt, dass der Ozonabbau in der Vergangenheit ein entscheidender Treiber für den Klimawandel im tropischen Pazifik war und genau so wird die Erholung der Ozonschicht das Klima in der Zukunft beeinflussen", erklärte Brönnimann.

Es sei zwar bekannt gewesen, dass die Ausdünnung der Ozonschicht die Winde über dem südliche Ozean beeinflusst, aber ein Effekt bis in die Tropen konnte zuvor nicht gezeigt werden, so der Klimaforscher. Die Feststellung, wie stark sich menschliche Aktivitäten auf das regionale Klima am anderen Ende der Erde auswirkten, sei besorgniserregend mit Blick auf die Folgen des Treibhauseffekts durch die Emission von CO2 und anderen klimaschädlichen Gasen.

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SDA-ATS