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Del Curtos Versprechen an den Präsidenten

Der HC Davos zeigt im Schweizer Cup ein anderes Gesicht als in anderen Jahren. Trotz Mammutprogramm stehen die Bündner im Final - auch dank eines Versprechens von Arno Del Curto an seinen Präsidenten.

Der Teller Spaghetti in Arno Del Curtos Hand ist praktisch leer, als er am späten Donnerstagabend in den Katakomben des Eisstadions in Biel Auskunft gibt. Nicht nur seine Spieler müssen auf ihren Energiehaushalt achten. Von Müdigkeit ist beim HCD-Coach allerdings nichts zu spüren. Er übt sich in seiner Lieblingsrolle: der des spitzbübischen Grantlers.

Ob er stolz sei auf seine Mannschaft, fragt ihn die Nachrichtenagentur sda nach dem 4:2-Sieg im Cup-Halbfinal. "Stolz, das kenne ich nicht. Nächste Frage." Zumindest froh oder zufrieden? "Nächste Frage." Zumindest zufrieden ist der 61-jährige Engadiner mit seinen Spielern aber auf jeden Fall. Im sechsten Spiel an neun Tagen setzte sich der Spengler-Cup-Halbfinalist mit einer abgeklärten Leistung gegen den wesentlich frischeren und ebenfalls formstarken EHC Biel durch. Del Curto betont, dass sein Team trotz des Mammutprogramms "in jedem Spiel bestanden" habe.

Preisgeld als Dank für Verstärkungen

Der Cup hatte für Del Curto seit seiner Wiedereinführung vor dreieinhalb Jahren nie eine hohe Priorität. Peinliche Niederlagen gegen Visp oder Dübendorf kamen öfter vor als Erfolge; bereits die Qualifikation für die Halbfinals war ein Novum für die Bündner. In diesem Jahr ist alles anders. Del Curto musste nämlich ein Versprechen gegenüber seinem Präsidenten Gaudenz Domenig einlösen. Er erhielt im Dezember den Kanadier Brandon Buck und den Schweden Mikael Johansson als Verstärkung und Ersatz für die verletzten Perttu Lindgren und Anton Rödin. "Dafür habe ich ihm versprochen, dass ich im Cup mit der bestmöglichen Mannschaft antreten und versuchen werde, möglichst viel der zusätzlichen Ausgaben wieder hereinzuholen", erzählt Del Curto. Das könnte gelingen. Ein Sieg im Final am 4. Februar beim unterklassigen Rapperswil-Jona würde ein Preisgeld von deutlich über 300'000 Franken einbringen.

Lohn in den Playoffs?

Dass er den Cupsieg anstreben kann, hängt auch mit der guten Position des HCD in der Meisterschaft zusammen. Nach 36 Runden liegt Davos mit 62 Punkten - 14 mehr als vor einem Jahr - in den Top 3. "So konnten wir das Risiko eingehen. Hätten wir nur 50 Punkte gehabt, wäre ich mit einer Juniorenmannschaft nach Biel gereist", sagt er. Nun aber findet er sogar Positives in der grossen Belastung. "Das ist gut für die Playoffs, so haben wir den Stress schon einmal durchgemacht. Das könnte sich für unsere junge Mannschaft als gut erweisen."

Aber Del Curto wäre nicht Del Curto, wenn er nicht doch noch einmal etwas granteln würde. Den Cup-Halbfinal so kurz nach dem Spengler Cup findet er ein "ungünstiges Datum". Irgendwann werde die Müdigkeit seine Spieler einholen - zum Beispiel am Wochenende in zwei Spielen gegen Zug. "Das wird brutal schwierig, das könnte eine 'Flättere' geben." Einmal ein Meisterschaftsspiel mit angezogener Handbremse spielen? Del Curto schaut die kleine Schar Journalisten an und poltert: "Das finde ich ein starkes Stück, dass ihr mich so aufs Glatteis führen wollt. Ihr seid doch die Ersten, die ausrufen, wenn wir mal schlecht spielen und hoch verlieren."

Sagt es und verschwindet in der Garderobe. Hinter verschlossener Türe dürfte sich Arno Del Curto dann doch ein zufriedenes Lächeln erlaubt haben. Vielleicht ist er sogar ein bisschen stolz. Grund dafür hätte er.

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