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Corinne Schmidhauser hofft aus gutem Grund auf einen ruhigen Alltag in Pyeongchang. Je weniger Dossiers auf dem Pult der Rechtsanwältin landen, desto mehr steht der Sport im Mittelpunkt.

Die Olympischen Spiele in Südkorea verlaufen bislang nach dem Gusto der Co-Präsidentin des Ad-hoc-Gremiums des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS). Corinne Schmidhauser ist zwar nonstop auf Pikett, doch der Ernstfall tritt selten ein. Die Bernerin geniesst die Spiele auch als Zuschauerin - immerhin stehen vier Schweizer Sportler im Einsatz, die sie aus der vor ihr geführten Privatschule in Bern kennt.

"Die wenigen strittigen Fälle stellen dem Sport ein gutes Zeugnis aus", betonte die ehemalige Skirennfahrerin und Slalom-Weltcup-Gesamtsiegerin von 1987. "Soweit für uns ersichtlich, haben die Verbände die Spiele gut vorbereitet, ihr Regelwerk wird von den Sportlern akzeptiert. Die Wettkämpfe geben derzeit nicht Anlass zu Streitigkeiten.“

Schnelle Verfahren zentral

Gelangt gleichwohl ein Rechtsfall bis vor die letzte Instanz, steht für die Juristin nebst einem gerechten Urteil vor allem eines im Vordergrund: "Schnelle Verfahren, damit der Sport rasch wieder im Fokus steht."

Wird die Ad-hoc-Kommission angerufen, sitzt Schmidhauser möglichst innert einer Stunde mit ihrem Co-Präsidenten Michael Lenard aus den USA im Büro. Sie entscheiden, wer von beiden den Fall annimmt. Fällt die Wahl auf die Schweizerin, bestimmt sie drei Richter aus dem Pool von neun Juristen aus, welche die Klagen behandeln sollen. Die Nationalität, das Fachwissen oder auch das Geschlecht spielen dabei eine Rolle.

Schmidhauser gibt noch den zeitlichen Rahmen vor, bei den Anhörungen der Parteien bliebt sie aber aussen vor und wahrt so ihre Unbefangenheit. Die Präsidentin von Antidoping Schweiz tritt erst wieder in Aktion, wenn die Richter das Urteil schriftlich vorlegen. Sie prüft vor der Veröffentlichung, ob die Begründung juristisch hieb- und stichfest ist.

Unterschiedliche Thematik

Die Thematik der zu behandelnden Dossiers kennt kaum Grenzen: Athleten klagen gegen ihren Verband wegen Nichtberücksichtigung, Konkurrenten werden des irregulären Materialvorteils bezichtigt, ein knapper Zieleinlauf soll überprüft werden - alles, ausser Dopingvergehen. Diese Fälle behandelt eine separate Ad-hoc-Kommission, auch das laufende Verfahren gegen den Mixed-Curler Alexander Kruschelnizki aus Russland.

Die Bedeutung des CAS hat in den vergangenen Jahren markant zugenommen, denn die Athleten und die Verbände sind in Bezug auf ihre rechtlichen Möglichkeiten besser informiert als früher. Zudem steht mehr Geld und Renommée auf dem Spiel. Gleichwohl zeichnet sich ab, dass Schmidhausers vierte Olympischen Spiele - zum zweiten Mal als Funktionärin - weniger hektisch verlaufen werden als die ersten zwei, bei denen sie zunächst als Sportlerin und dann als Journalistin im Einsatz gestanden hatte.

Der grösste Teil der Arbeit fiel bislang unmittelbar vor der Eröffnung der Spiele an. In vier verschiedenen Verfahren wies die Kommission die Klage von 45 russischen Athleten und zwei Funktionären ab, die vom IOC im Gegensatz zu zahlreichen Landsleuten keine Einladung erhalten hatten.

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SDA-ATS