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Laurien van der Graaff ist die grosse Sprinthoffnung der Schweizer Langläufer. Sie hat auf diese Saison hin entschieden, kein "Opfer" mehr zu sein, sondern mit der Aura einer Siegerin aufzutreten.

Diese Frau ist mit sich im Reinen. Wohl noch nie hat man Laurien van der Graaff derart locker gesehen wie in diesen Tagen in Südkorea. "Ich hadere nicht mehr mit mir selber", sagt sie mit einem entspannten Lächeln. Dabei hätte die 30-jährige Davoserin durchaus Grund sich zu ärgern. Würde der Sprint heute (Qualifikation ab 09.30 Uhr, K.o.-Runde ab 12.00 Uhr) in Pyeongchang in der freien Technik ausgetragen, wäre sie eine der ersten Kandidatinnen auf eine Medaille. Klassisch ist sie trotz Fortschritten weniger stark einzuschätzen.

Ihre ersten zwei Weltcuprennen gewann Van der Graaff in Lenzerheide und kurz vor Olympia in Seefeld im Skating-Stil. Es war der Durchbruch auf oberster Ebene, nachdem sie zuvor ihr unbestrittenes Potenzial oft nicht hatte ausspielen können und zu häufig in aussichtsreichen Positionen stürzte. "Einmal stürzen kann Pech sein", hat Van der Graaff erkannt. "Wenn es öfter passiert, macht man etwas falsch." Im vergangenen Sommer beschloss die in den Niederlanden geborene und im Alter von vier Jahren in die Schweiz gekommene Arzttochter, dass sie Rennen gewinnen und nicht einfach um gute Plätze laufen will. Mit verblüffendem Erfolg.

Mit den Siegen ist auch das Selbstbewusstsein und der Respekt der Gegnerinnen gestiegen. "Gute Sportler haben eine Aura", erklärt Van der Graaff. Eine solche hat sie sich mittlerweile auch erarbeitet. Es heisst auch, dass man von den Gegnerinnen weniger rücksichtslos angegangen wird. Und die Schweizerin glaubt auch, dass sie für das angebliche Vergehen, das ihr letztes Jahr an der WM in Lahti die Disqualifikation einbrachte, heute nicht mehr bestraft würde.

Mit den Grossanlässen stand sie in der Vergangenheit sowieso auf Kriegsfuss. In Sotschi, als der Sprint in der von ihr bevorzugten freien Technik ausgetragen wurde, scheiterte Van der Graaff schon in den Viertelfinals. Das soll ihr am Dienstag nicht passieren. "Ich habe auch klassisch grosse Fortschritte gemacht", betont sie. Als Podestanwärterin sieht sie sich aber trotz gestiegenem Selbstvertrauen nicht. Als Ziel gibt sie die Halbfinals an. Die hatte sie in dieser Saison im klassischen Stil auch in Planica erreicht.

Wichtig werde der geschickte Kräftehaushalt sein. "Es hat zwei harte Anstiege und eine rasante Abfahrt", weiss Van der Graaff. "Der zweite Anstieg wird entscheidend sein, da müssen noch genügend Energiereserven vorhanden sein." Sie wolle ihren eigenen Rhythmus laufen und auf ihr Bauchgefühl hören.

Die grösseren Chancen rechnet sich Van der Graaff aber sowieso im Teamsprint am Mittwoch in einer Woche aus, den sie mit Nadine Fähndrich, der zweiten Schweizer Sprinterin, bestreiten wird. In der Weltcup-Hauptprobe gab es einen 6. Platz, mindestens ein gleich gutes Resultat soll es auch diesmal sein. Es wird aller Voraussicht nach Van der Graaffs letztes Olympiarennen sein.

Bei der nächsten WM in einem Jahr in Seefeld will sie auf jeden Fall nochmals dabei sein. "Ich laufe noch unheimlich gerne, aber in meinem Alter fängt man schon an, sich zu fragen, wie es weiter geht." Sie halte es jetzt mal wie Simon Ammann, sagt sie lachend. Der hatte vor vier Jahren in Sotschi gesagt, es seien zu 99 Prozent seine letzten Olympischen Spiele. In Pyeongchang war er dann doch dabei.

Auch Hediger will in den Halbfinal

Auch für den besten Schweizer Sprinter bei den Männern ist die Austragung im klassischen Stil kein Vorteil. Dennoch strebt Jovian Hediger wie Van der Graaff die Halbfinals an - und auch der Waadtländer hat bei seinen zweiten Olympischen Spielen etwas gutzumachen. In Sotschi scheiterte er bereits im Prolog klar.

Das Schweizer Trio wird komplettiert durch Hedigers Cousin Erwan Käser und den Entlebucher Ueli Schnider.

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SDA-ATS