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Der Stadtammann von Bischofszell, Josef Mattle, ist vom Bezirksgericht Weinfelden freigesprochen worden. Mattle musste sich wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit der Tour de Suisse 2012 vor dem Strafgericht verantworten.

Die Anklage hatte dem Stadtammann vorgeworfen, er habe unberechtigterweise einen Vertrag mit einer Firma geschlossen, die den Event am Etappenort Bischofszell organisierte. Mattle habe eigenmächtig Geld aus der Stadtkasse an diese Firma überwiesen. Zudem habe Mattle sich geweigert, wie versprochen 30'000 Franken aus der eigenen Tasche ans Defizit des Anlasses zu bezahlen.

Wegen ungetreuer Amtsführung und ungetreuer Geschäftsbesorgung hatte der Staatsanwalt eine bedingte Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu 300 Franken und eine Busse von 5000 Franken beantragt. Mattles Verteidiger verlangte einen Freispruch. Es gehe um eine persönliche Abrechnung des damaligen Finanzverwalters, der Mattle angezeigt hatte.

Wie Gerichtspräsident Pascal Schmid bei der Urteilseröffnung sagte, ist Mattle unschuldig, weil er als OK-Präsident im Auftrag und im Interesse der Stadt Bischofszell handelte. Zwar habe der Stadtrat keine klaren Beschlüsse gefasst. "Der Beschuldigte konnte aber davon ausgehen, dass er als OK-Präsident für die Vorbereitungen des Events am Etappenort Bischofszell freie Hand hatte", sagte Schmid.

Politisch unglücklich

Nicht alles, was politisch unglücklich sei, habe strafrechtliche Konsequenzen. Vieles sei dumm gelaufen in Bischofszell, die Organisation des Anlasses sei unglücklich und unprofessionell gewesen.

"Es ist eine Peinlichkeit sondergleichen, dass der Stadtrat nicht einmal über seine Ausgabenkompetenz Bescheid wusste und glaubte, diese liege bei 50'000 und nicht bei 150'000 Franken", sagte Schmid.

Der Strafprozess überschatte den sehr gelungenen Tour-de-Suisse-Event in Bischofszell und hinterlasse eine Reihe von Verlierern; den Stadtammann, den Stadtrat, die OK-Mitglieder, den entlassenen Finanzchef und die Stadtkasse.

Trotzdem habe der Staatsanwalt Anklage erheben müssen, um Klarheit zu schaffen. "Ich hoffe, dass nun ein Schlussstrich gezogen werden kann unter ein sehr leidiges Kapitel der Stadt Bischofszell", sagte Schmid.

Mattle

erleichtert

Mattle zeigte sich nach dem Freispruch erleichtert. "Ich bin froh, hat das Gericht festgehalten, dass niemand böswillig gehandelt hat." Bischofszell werde den Fall politisch aufarbeiten und insbesondere die Abläufe im Stadtrat professionalisieren müssen, sagte Mattle.

Der 64-jährige Mattle ist seit 13 Jahren im Amt und seit Jahren stark umstritten. 2010 trat er aus der CVP aus, nachdem die Partei ihn wegen der Entlassung des Stadtschreibers heftig kritisiert hatte.

Im Jahr 2011 schaffte Mattle als Parteiloser die Wiederwahl als Stadtammann, obwohl ein überparteiliches Komitee einen Gegenkandidaten portiert hatte.

SDA-ATS