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Nach einer europaweiten Streikdrohung lenkte Ryanair nur gegenüber der irischen Pilotenvertretung ein und will mit dieser Verhandlungen führen. In Deutschland gibt es hingegen einen Warnstreik.

KEYSTONE/EPA/OLIVER HOSLET

(sda-ats)

Unmittelbar vor dem Weihnachtsfest müssen sich zumindest die deutschen Kunden der irischen Fluggesellschaft Ryanair doch noch auf Streiks der Piloten einrichten.

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat alle festangestellten Piloten der deutschen Basen an diesem Freitag zu einem Arbeitskampf von 5.00 Uhr bis 9.00 Uhr aufgerufen. Es wäre der erste Streik in der Geschichte der 1985 gegründeten Fluggesellschaft. Laut VC-Angaben sind 16 Flüge betroffen.

Zuvor waren nach Darstellung der VC erste Sondierungsgespräche mit dem Unternehmen in Dublin gar nicht erst zustande gekommen. Ryanair habe am Mittwoch zwei der fünf anwesenden VC-Tarifkommissionsmitglieder abgelehnt und damit die gewerkschaftliche Autonomie missachtet. "Ryanair spielt weiter auf Zeit und verhindert so den Einstieg in Tarifverhandlungen", sagte der VC-Verhandlungsführer Ingolf Schumacher.

Ryanair hatte kurz vor der Ankündigung des Warnstreiks noch mitgeteilt, mit der VC am 5. Januar in Frankfurt sprechen zu wollen. Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche die verschiedenen nationalen Gewerkschaften überraschend zu Gesprächen eingeladen und angekündigt, sie als legitime Interessensvertretungen der Ryanair-Piloten anzuerkennen. Die Gewerkschaften hatten daraufhin erste konkrete Streikdrohungen zurückgenommen, um die Gespräche nicht zu belasten.

Das Gesprächsangebot hatte Hoffnungen auf eine Abkehr vom strikt anti-gewerkschaftlichen Kurs des Billigfliegers geweckt, der bislang nur mit lokalen Piloten-Komitees an seinen mehr als 80 europäischen Basen verhandelt hatte. Es gab aber weiterhin Misstrauen bei den Gewerkschaften, dass die Fluggesellschaft lediglich mit einer Hinhaltetaktik das lukrative Weihnachtsgeschäft möglichst störungsfrei halten wollte.

Verhandlungen mit irischen Piloten

Zumindest in Irland will Ryanair mit der Pilotengewerkschaft reden. Die Airline wird vom 3. Januar 2018 an auch mit Impact Trade Union verhandeln, wie beide Seiten mitteilten.

Kurz vor Ablauf einer Frist sagte die Fluggesellschaft schriftlich zu, Impact Trade Union als Vertretung der Ryanair-Piloten in Irland anzuerkennen. Ryanair legte nach eigenen Angaben unter anderem Vorschläge zum Gehalt und den Arbeitsbedingungen auf den Tisch.

Ein erstes Treffen am Dienstag hatte keine Fortschritte gebracht. Die Gewerkschaft pochte daraufhin auf die schriftliche Anerkennung bis Donnerstagmittag - was nun geschah.

Die Arbeitnehmervertreter verlangen eine Vielzahl von Verbesserungen in den Arbeitsverhältnissen der rund 4000 Ryanair-Piloten. Unter anderem stören sie sich an schlecht strukturierten Einsatzplänen, plötzlichen und als willkürlich empfundenen Versetzungen, geringen Fix-Gehältern und dem weit verbreiteten System sogenannter Vertragspiloten.

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SDA-ATS