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Der süddeutsche Wäschehersteller Schiesser kommt in israelische Hände: Das Unternehmen aus Radolfzell am Bodensee wird an den Konkurrenten Delta Galil verkauft.

Der für das zweite Quartal anvisierte Börsengang fällt damit ins Wasser, wie Schiesser am Mittwoch mitteilte. Mit dem zunächst nicht bezifferten Erlös könnten die Forderungen der Gläubiger voll befriedigt werden, erklärte Aufsichtsratschef Volker Grub.

Das Börsenumfeld sei zu wacklig, begründete der ehemalige Schiesser-Insolvenzverwalter die Kehrtwende. "Obwohl Schiesser sicher eine vielversprechende Aktie geworden wäre, hätte das derzeitige volatile Börsenumfeld für die mittelfristige Entwicklung von Schiesser weniger Vorteile geboten, als der langfristig orientierte strategische Investor Delta Galil."

Das für seine Feinripp-Wäsche bekannte Unternehmen hatte sich erst Anfang 2011 nach zwei Jahren Sanierung aus der Insolvenz befreit, in die Schiesser durch falsche strategische Entscheidungen gerutscht war.

Börsengang mehrfach verschoben

In einem ungewöhnlichen Schritt hatte Grub die Gläubiger von einem Börsengang überzeugt, um sie auszuzahlen. Daraus sei ein höherer Erlös zu erwarten als aus einem Verkauf an einen Investor. Grub hatte dafür bis Ende 2012 Zeit bekommen, doch der Börsengang musste mehrfach verschoben werden.

Schiesser hatte 2010 nach eigenen Angaben 124,5 Mio. Euro Umsatz und einen Reingewinn von 5,1 Mio. Euro erwirtschaftet. Man habe die alte Marktstärke wieder erreicht, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Zahlen für 2011 liegen noch nicht vor.

Für Delta Galil ist Schiesser der Schritt auf den deutschen Markt. Das in Tel Aviv börsennotierte Unternehmen verkauft nur in Israel Unterwäsche und Nachtwäsche unter der eigenen Marke, produziert aber nach eigenen Angaben auch für internationale Markenhersteller.

Mit Schiesser will Delta Galil seinen Umsatz von zuletzt 679 Mio. Dollar auf rund 900 Millionen steigern. Der Reingewinn hatte 2011 bei 27,4 Mio. Dollar gelegen.

SDA-ATS