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Die Besitzer des sogenannten gelben Hauses in Albanien, in dem während des Kosovo-Kriegs illegal Organe entnommen worden sein sollen, haben den Tessiner Ständerat Dick Marty (FDP) wegen Verleumdung verklagt. Marty hatte im vergangenen Jahr in einem Bericht an den Europarat diese Vorwürfe erhoben.

Wie die Belgrader Tageszeitung "Vecernje novosti" am Donnerstag gemäss einer Meldung der österreichischen Nachrichtenagentur APA berichtete, verklagte die albanische Besitzerfamilie Marty wegen Verleumdung. Sie verlangt von Marty eine Entschädigung in Höhe von 200'000 Euro (rund 260'000 Franken).

Die Klage sei bei einem Gericht in der albanischen Hauptstadt Tirana eingereicht worden, hiess es in der Zeitung unter Berufung auf den Anwalt der Familie Brama, Roland Islami.

Marty: unseriöser Vorstoss

Marty selbst erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, er habe bislang keine Kenntnis von einer Klage. Falls es stimme, sei dieser Vorstoss "nicht seriös", schrieb Marty in einer Stellungnahme.

Der Namen der Familie (Brama) habe er weder in seinem Bericht erwähnt noch habe er diesen jemals in Interviews genannt, betonte der Europaratsabgeordnete. Allerdings sei der Name mehrmals in der Presse aufgetaucht.

In der Berichterstattung rund um Martys Bericht zum Organhandel taucht noch ein anderer Familienname als Besitzer des gelben Hauses auf: Katuci. Die kosovarische Befreiungsarmee UCK soll das Haus im albanischen Dorf Rribe an der Grenze zum Kosovo während des Krieges (1998/99) als Gefangenenlager benutzt haben, nachdem diese Familie das Haus verlassen hatte.

Gemäss dem Europaratsbericht sollen im gelben Haus gekidnappte Serben gefangen gehalten worden sein. Sie seien dann getötet worden, und ihre Organe entnommen worden.

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SDA-ATS