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Die Angriffe auf Medienschaffende weltweit sind brutaler geworden

Die Angriffe auf Medienschaffende haben gemäss dem Jahresbericht der Organisation Reporter ohne Grenzen an Brutalität zugenommen. Zudem stieg in diesem Jahr die Zahl der Entführungen von Reportern.

Gemäss einer Zählung wurden weltweit 66 Journalisten getötet. Die Zahl der Entführungen stieg im Jahr 2014 um 37 Prozent auf 119 Fälle.

"Selten wurden Reporter mit einem derart barbarischen Sinn für Propaganda ermordet - zum Schrecken der ganzen Welt", hob Reporter ohne Grenzen hervor. Besonders die Ermordung der US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff vor laufender Kamera durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verdeutliche die Gefahren für Journalisten in Konfliktgebieten.

720 Journalisten seit 2005 getötet

Neben Syrien waren der Gaza-Streifen, die Ukraine, der Irak und Libyen die gefährlichsten Gebiete für Journalisten. Auch 19 sogenannte Bürgerjournalisten, die über das Internet über Vorgänge in ihrem Land berichten, sowie 19 Medienmitarbeiter wurden weltweit in diesem Jahr wegen ihrer Arbeit getötet.

Allerdings war die Zahl der Getöteten im Vergleich zu früheren Jahren eher niedrig. Laut Reporter ohne Grenzen wurden seit 2005 weltweit 720 Journalisten getötet.

Bei den Entführungen von Journalisten gab es 2014 allein in der Ukraine 33 Fälle, in Libyen 29, in Syrien 27 und im Irak 20. Derzeit befinden sich den Angaben zufolge noch 40 Journalisten und 3 Bürgerjournalisten in der Gewalt ihrer Entführer.

Der Bericht unterstrich, dass neun von zehn Entführten ortsansässige Journalisten sind. "Von den 22 Journalisten, die derzeit in Syrien von bewaffneten Gruppen festgehalten werden, sind 16 Syrer. Alle acht Journalisten, die derzeit im Irak als Geiseln gehalten werden, sind Iraker."

Meiste Reporter in China in Haft

Weltweit waren demnach am 8. Dezember 178 Medienschaffende in Haft - dieselbe Zahl wie im Jahr zuvor. Mit 33 inhaftierten Reportern führt China die Statistik an, gefolgt von Eritrea mit 29 und dem Iran mit 19.

Die Reporter ohne Grenzen hoben den Fall der 70-jährigen Chinesin Gao Yu hervor, die Ende April festgenommen wurde, weil sie angeblich ein internes Dokument der Kommunistischen Partei an eine ausländische Nachrichten-Website weitergab.

Sie verwiesen auch auf den Fall des saudi-arabischen Bloggers Raef Badawi, der wegen "Beleidigung des Islam" zu zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt wurde. Er wurde mit dem diesjährigen Press Freedom Prize der Reporter ohne Grenzen ausgezeichnet.

In vielen Ländern wurden Journalisten zudem von Demonstranten oder staatlichen Sicherheitskräften angegriffen oder bedroht. Nach der Ukraine und Venezuela nannte Reporter ohne Grenzen hier die Türkei mit 117 Fällen. Ein Jahr nach der Protestbewegung von Sommer 2013 würde die Straflosigkeit für Polizeigewalt in der Türkei nur zu "neuem Fehlverhalten ermutigen".

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