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Er hat die Disco-Ära geprägt wie wenige andere. Robin Gibb, Leadsänger der Bee Gees, ist tot. Er starb am Sonntag in London nach monatelangem Kampf gegen den Krebs im Alter von 62 Jahren.

Gibb hatte in den vergangenen Monaten wegen seiner Krankheit mehrere öffentliche Auftritte absagen müssen, darunter einen mit Premierminister David Cameron. Er wirkte abgemagert und hatte auf seiner Website mitgeteilt, schwer erkrankt zu sein.

Im April kam zu den vor eineinhalb Jahren diagnostizierten Tumoren an Darm und Leber noch eine Lungenentzündung und Gibb lag rund eine Woche lang im Koma. Er erholte sich aber vorübergehend und trat sogar noch einmal auf der Bühne auf.

Sein Tod kommt nur wenige Tage nach dem einer zweiten Ikone der Discomusik der 1970er Jahre: Donna Summer war am Donnerstag ebenfalls an Krebs an ihrem Wohnort Naples in Florida gestorben. Sie wurde nur ein Jahr älter als Gibb.

Politisch interessiert

Der frühere britische Premierminister Tony Blair, ein langjähriger Freund des Bee-Gees-Sängers, würdigte den Musiker am Montag. "Robin war nicht nur ein aussergewöhnlicher Musiker und Songschreiber, er war hochintelligent und ein interessierter und engagierter Mensch. Er war ein grossartiger Freund mit einem offenen und fruchtbaren Verstand, er hatte sich mit Politik und Geschichte befasst", sagte Blair. "Ich werde ihn sehr vermissen."

Auch die Musikwelt trauert. "Ich bin sehr traurig zu hören, dass ein weiterer grosser Sänger zu jung gestorben ist", schrieb der kanadische Rockstar Bryan Adams. Auch die 80-er-Jahre-Band Duran Duran sprach via Internet ihr Beileid aus. Gibbs Plattenfirma Sony Music sagte einfach: "Thank you for the Music."

Kinderstar

Robin Gibb, der wie seine Brüder in Grossbritannien geboren wurde und in Australien aufgewachsen ist, war bereits im Alter von sechs Jahren gemeinsam mit Maurice und Barry aufgetreten. Anfang der 1960er Jahre nannten sie sich Bee Gees und landeten in den 1970er Jahren im goldenen Disco-Zeitalter einen Superhit nach dem anderen.

Ihr Soundtrack zu "Saturday Night Fever" 1977 besiegelte endgültig den Erfolg. Das Album, dessen Sound als "blue-eyed soul" bezeichnet wurde, markierte die Abkehr von der Ära des Hard Rocks und die Hinwendung zur Dance Music, die in der Folge prägend war.

"Stayin' Alive" und "Night Fever" gehörten zu den meistverkauften Platten. Robin Gibb machte sich auch als Songschreiber für Musikgrössen wie Barbra Streisand oder Kenny Rogers einen Namen. Superstars wie Elvis Presley und Janis Joplin coverten Bee-Gees-Nummern.

Nach den zuweilen als seicht verschrienen Bee-Gees-Hits widmete sich Robin Gibb zuletzt der Klassik: Gemeinsam mit Sohn Robin-John veröffentlichte er zum 100. Jahrestag des Untergangs der "Titanic" das Werk "Titanic-Requiem". Gibb wollte nach eigenen Angaben noch mehr klassische Musik komponieren, bereits in diesem Jahr aber auch wieder mit seinem 65-jährigen Bruder Barry Popmusik schreiben.

SDA-ATS