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Am rechten Reussufer unterhalb der St.-Karli-Strasse in der Stadt Luzern können Hindus die Asche ihrer Verstorbenen im Fluss beisetzen. Der Stadtrat ist mit dem Bestattungsort einverstanden, will aber einen Beisetzungstourismus verhindern.

Der Ort für die Beisetzung an der Reuss solle in erster Linie von in Luzern wohnhaften Hindus genutzt werden, sagte Stadtpräsident Urs W. Studer heute vor den Medien. Deshalb werde bewusst auf eine eigentliche Stätte oder ein Schild verzichtet.

Denn der kantonale Gewässerschutz limitierte die Anzahl der Beisetzungen auf maximal zwanzig pro Jahr. Bei kommerzieller oder starker Nutzung würde dieser einschreiten, sagte Studer. Auf Grund der Bevölkerungszahlen und den gemachten Erfahrungen rechnet er, dass pro Jahr fünf bis zehn Beisetzungen durchgeführt werden.

Ritual im kleinen Rahmen

Für Hindus haftet dem Tod eine spirituell verunreinigende Wirkung an. Deshalb kremieren sie ihre Verstorbenen statt sie zu begraben. In Luzern findet die Verbrennung im Krematorium Friedental statt.

Die Verbrennung trägt gemäss Hinduglauben auch dazu bei, dass die unzerstörbar gedachte Seele sich leichter vom Körper lösen kann. Danach wird die Asche der Verstorbenen in ein bewegtes Gewässer gegeben. Dieses soll die Seele für die Wiedergeburt reinigen.

Nun also können die Luzerner Hindus in einer Trauerzeremonie die Asche zusammen mit Blütenblättern und Reisbällchen an einem festen Ort in die Reuss streuen. Das Ritual finde jeweils vormittags statt und daure maximal zwanzig Minuten, sagte Studer. Nur die engsten Angehörigen - also höchstens zwanzig Personen - würden dabei sein.

Zwar ist es im Kanton Luzern grundsätzlich erlaubt, die Asche von Verstorbenen im Freien zu verstreuen; pro Jahr werden mehr als 100 Urnen von Angehörigen mitgenommen. Es sei ein Zeichen des Willkommenseins und der Integration, dass nun auch die Hindus einen festen Ort für die Beisetzung erhielten, sagte Studer.

SDA-ATS