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Für das Frauen-Nationalteam geht es an der EM in den Niederlanden bereits im zweiten Spiel am Samstag gegen Island um Sein oder Nichtsein.

Nach dem blamablen Auftritt beim 0:1 gegen Österreich will und muss sich die SFV-Auswahl rehabilitieren. "Ein Sieg gegen Island ist ein Muss. Am besten mit ein paar Toren Unterschied." Lia Wälti hatte bereits unmittelbar nach der Pleite gegen Österreich gesagt, was Sache ist. Wollen die Schweizerinnen nicht vorzeitig den Traum vom Einzug in die K.o.-Phase der besten acht begraben, sind am Samstag wohl zwingend drei Punkte gefordert. Bei einer weiteren Niederlage droht der SFV-Auswahl bereits nach zwei Partien das Aus - noch vor dem Duell gegen den Gruppenfavoriten Frankreich am Mittwoch in Breda.

Einfacher als gegen Österreich wird die Aufgabe gegen Island nicht. Die Nordländerinnen zählen auf ein kampfstarkes Kollektiv, das beim 0:1 im Auftaktspiel gegen Frankreich eine Überraschung nur knapp verpasst und erst in der Schlussphase mit einem Penalty den Gegentreffer kassiert hat. Und Island kann in den Niederlanden auf eine lautstarke Fangemeinde zählen. Vor einem Jahr an der EM der Männer in Frankreich hatten sich die Spieler und deren Fans des rund 340‘000 Einwohner zählenden Inselstaats im Nordatlantik in die Herzen Europas gespielt und gesungen. Ein ähnliches Sommermärchen sollen nun die Frauen in den Niederlanden schreiben.

Einige Absenzen

Der EM-Viertelfinalist von 2013 hatte sich wie die Schweiz souverän für die Endrunde qualifiziert. Die einzige Niederlage resultierte erst zum Abschluss der Kampagne gegen Schottland. Trainer Freyr Alexandersson muss in den Niederlanden allerdings auf Dora Larusdottir und Margret Vidarsdottir, die isländische Rekordtorschützin, sowie deren Schwester und Verteidigerin Elisa verzichten. Die drei Teamstützen verpassen die EM aufgrund von Knieverletzungen.

Mit Harpa Thorsteinsdottir ist eine weitere Stürmerin noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Die 31-jährige Stürmerin sorgte für eine rührende Anekdote an dieser Endrunde, als sie nach der Partie gegen Frankreich mit ihrem Sohn Ymir durch die Mixed-Zone lief und Auskunft zum Spiel gab. Die mit zehn Treffern neben Ada Hederberg und Jane Roos beste Torschützin der Qualifikation hatte erst Ende Februar ihr zweites Kind geboren und schaffte den Sprung ins Kader, obwohl sie körperlich noch nicht topfit ist. Gegen Frankreich wurde sie eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt.

Nicht mehr der Favorit

Zu den Stars bei Island zählt Captain Sara Gunnarsdottir, die im Lager der Schweizerinnen bestens bekannt ist. Die Mittelfeldspielerin ist beim VfL Wolfsburg Teamkollegin von Lara Dickenmann, Vanessa Bernauer und Noelle Maritz. "Sie ist eine Leaderin und haut sich in jeden Ball rein", so Maritz. Gunnarsdottir steht symbolisch für die Spielweise der Isländerinnen. "Sie rennen und rennen und geben Volldampf", so Bernauer. "Sie sind mindestens so stark wie Österreich."

Gegen Island bietet sich der SFV-Equipe die Chance zur Image-Korrektur. Bei ihrer EM-Premiere kamen die Schweizerinnen mit der für sie neuen Rolle des Favoriten überhaupt nicht zurecht. Sie agierten nervös, fehlerhaft und ratlos und machten keine Werbung in eigener Sache. Gegen Island folgt nun der Charaktertest; das Team ist spielerisch, kämpferisch und mental gefordert. "Eigentlich haben wir nichts mehr zu verlieren", sagte Bernauer. Womöglich liegt den Schweizerinnen diese Rolle besser.

Kiwic gesperrt, Abbé fraglich

Für die Schweizer Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg ist klar: Nur ein Sieg gegen Island hält die Hoffnung aufrecht, dass die Schweiz das angestrebte Ziel Viertelfinals doch noch erreicht. "Wir sind in einer Situation, die wir uns nicht gewünscht haben", so die Deutsche. Dieser müssten sie sich nun aber stellen.

Gegen die in der Weltrangliste zwei Plätze hinter der Schweiz auf Rang 19 klassierten Isländerinnen hatte die SFV-Auswahl in der jüngeren Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. In der Qualifikation zur WM 2015 besiegte die Schweiz den EM-Viertelfinalisten von 2013 zweimal, am Algarve-Cup 2015 gab es ein 2:0.

In Doetinchem zählt die Vergangenheit jedoch nichts mehr. Obwohl Island sein EM-Startspiel ebenfalls 0:1 verlor, hinterliessen die kampfstarken Nordländerinnen gegen den Gruppenfavoriten Frankreich einen guten Eindruck. Auch deswegen sprach Voss-Tecklenburg von einer "Herkules-Aufgabe". Die Nationaltrainerin geht davon aus, dass ihr mit Ausnahme der gesperrten Rahel Kiwic alle Spielerinnen zur Verfügung stehen werden. Nach der Partie gegen Österreich waren mehrere Spielerinnen angeschlagen, unter ihnen auch Captain Caroline Abbé.

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SDA-ATS