Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Streubomben mit nicht explodierter Submunition fordern immer wieder Opfer unter der Zivilbevölkerung. (Archiv)

KEYSTONE/AP/MOHAMMED ZAATARI

(sda-ats)

Die Schweiz hat die Vernichtung ihres Streumunition-Bestands im vergangenen Jahr vorangetrieben und 25'000 Streubomben sowie 1,8 Millionen Stück sogenannter Submunition zerstört. Bis Ende 2018 dürfte die Schweiz wie geplant frei von Streumunition sein.

"Die Vernichtung der Bestände ist noch nicht abgeschlossen", sagte ein Sprecher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten der Agentur Keystone-SDA im Zusammenhang mit der Veröffentlichung eines Berichts zweier NGO. Dies werde aber vor Ende 2018 der Fall sein.

Laut dem Jahresbericht der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) und der Koalition gegen Waffen mit Streubomben (CMC) vernichtete die Schweiz im vergangenen Jahr 25'000 von ursprünglich über 205'000 Streubomben und fast 1,8 Millionen von ursprünglich über 12 Millionen Stück Submunition. Nun muss sie noch 60 Streubomben und über 3900 Stück Submunition vernichten.

Diese Submunition befindet sich in einem Behälter der Streubomben. Als "Mini-Bomben" werden sie über Flächen freigesetzt, die teils grösser sind als Fussballfelder. Das Heimtückische daran ist, dass viele kleine Bomben beim Aufprall nicht explodieren und als Blindgänger liegen bleiben. Sie explodieren dann später bei Berührung, wobei die Opfer meist schwer verstümmelt oder getötet werden.

In Übereinstimmung mit der Oslo-Konvention zum Verbot von Streumunition behält die Schweiz einige Dutzend Streubomben und einige tausend Stück Submunition zu Ausbildungszwecken.

Einsatz in Syrien und Jemen

Insgesamt müssen die Vertragsstaaten noch ein Prozent ihrer Bestände zerstören, wie aus dem am Donnerstag in Genf veröffentlichten Bericht hervorgeht. Rund 1,5 Millionen Streubomben und 177 Millionen Stück Submunition wurden bisher vernichtet.

In Konfliktgebieten wurden auch im vergangenen Jahr Streubomben eingesetzt - so von den Regierungstruppen in Syrien und der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition im Jemen.

Gemäss Jahresbericht gab es im vergangenen Jahr 289 neue Opfer, die entweder durch den direkten Einsatz von Streubomben oder durch Streumunitionsreste getötet wurden. Diese Zahl ist zwar deutlich niedriger als jene für 2016 (971 Todesopfer), allerdings dürfte die Dunkelziffer deutlich höher sein, da nicht alle Vorfälle registriert werden.

99 Prozent der Opfer sind Zivilisten

In acht Ländern und zwei Gebieten wurden Opfer nicht explodierter Streumunitionsreste registriert: Kambodscha, Irak, Laos, Libanon, Serbien, Syrien, Vietnam und Jemen sowie Berg-Karabach und Westsahara. Ein Drittel der 2017 registrierten Unfälle ereignete sich in Laos (32 Todesopfer) - dem Land, das weltweit am stärksten durch zurückgebliebene Submunition verseucht ist.

99 Prozent der Opfer stammen aus der Zivilbevölkerung. 62 Prozent der Opfer von Streumunitionsresten sind Kinder.

Im Berichtsjahr 2017 wurden 93 Quadratkilometer Land geräumt sowie 153'000 Stück Submunition gesichert und zerstört. Zehn Länder, darunter acht Vertragsstaaten, haben die Räumung auf ihrem Staatsgebiet abgeschlossen. 26 Staaten und drei Regionen weltweit bleiben mit Submunitionsrückständen kontaminiert.

Vom 3. bis 5. September 2018 findet die Konferenz der Vertragsstaaten des Übereinkommens über Streumunition statt.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.










Umfrage zu SWI swissinfo.ch

Online-Umfrage ausfüllen: Tastatur und eintippen close-up

Liebe Auslandschweizer, sagen Sie uns Ihre Meinung.

Meinungsumfrage

SDA-ATS