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Der italienische Ministerpräsident Mario Monti hat den Anschlag vom Samstag verurteilt. Es handle sich um einen beispiellosen kriminellen Akt, erklärte Monti beim G-8-Gipfel in Camp David. Er ordnete drei Tage Staatstrauer an, Sportveranstaltungen und die lange Nacht der Museen wurden abgesagt.

Bei einer Bombenexplosion vor einer Berufsschule im Südosten Italiens starb mindestens ein Mädchen. Nach Spitalangaben kam die 16-Jährige ums Leben, als der Sprengsatz am Morgen vor der Modeschule in Brindisi explodierte.

Italienische Medien meldeten zunächst zwei tote Mädchen, dies wurde dann aber vom behandelnden Spital dementiert. Mehrere der insgesamt rund 600 Schüler, die die Modeschule in der Hafenstadt in Apulien besuchen, wurden verletzt.

Nach Angaben von Sicherheitskräften explodierte der Sprengsatz aus miteinander verbundenen Gasflaschen gegen 7.45 Uhr (MESZ), als die Schüler zum Unterricht strömten. Vermutlich waren sie in Rucksäcken versteckt, die auf einer kleinen Mauer vor der Schule abgestellt wurden.

Schwere Verbrennungen

Die Verletzten, laut unterschiedlichen Angaben zwischen sechs und acht, erlitten der Nachrichtenagentur Ansa zufolge schwere Verbrennungen.

Die Francesca-Morvillo-Falcone-Schule ist nach der Ehefrau des bekannten Mafia-Jägers Giovanni Falcone benannt. Der Untersuchungsrichter war am 23. Mai 1992 mit seiner Frau und drei Leibwächtern bei einem Attentat in Sizilien getötet worden.

Die Mafia hatte den Wagen Falcones mit 500 Kilogramm Dynamit auf der Autobahn zwischen Palermo und dem Flughafen der Stadt in die Luft gesprengt.

Nicht übliche Mafiamethode

Zu dem Anschlag in Brindisi bekannte sich niemand. Die italienische Innenministerin Anna Maria Cancellieri sagte dem Fernsehsender Sky TG24, es gebe derzeit keine Anhaltspunkte, die auf eine Tat des organisierten Verbrechens deuteten. Die Tat entspreche nicht den üblichen Methoden der Mafia.

Die in Sizilien ansässige Cosa Nostra zielt in der Regel auf Einzelpersonen wie Richter oder Staatsanwälte ab.

Stadtpräsident Mimmo Consales sagte der Nachrichtenagentur Ansa, es gebe "zu viele Zufälle" in dieser Sache. So jähre sich nicht nur das Attentat auf Falcone in diesen Tagen zum 20. Mal, sondern am Samstag habe auch eine Demonstration zur Erinnerung daran nahe Brindisi stattfinden sollen.

In Italien ist es in den vergangenen Wochen zu mehreren Anschlägen auf die Steuerbehörde Equitalia gekommen. Zudem wurde dem Chef einer Tochter des Rüstungskonzerns Finmeccanica ins Bein geschossen. Hinter diesen Angriffen werden Anarchisten vermutet.

SDA-ATS