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Das US-Medizinaltechnikunternehmen Edward Lifesciences will seinen Standort im luzernischen Horw in Etappen bis Mitte des Jahres 2018 schliessen, die Mehrheit der 250 Mitarbeitenden soll dabei die Firma bis Ende Januar 2018 verlassen.

Edward Lifesciences

(sda-ats)

Die global tätige Edwards Lifesciences will ihre Herzklappenproduktion in Horw schliessen. 250 Vollzeitstellen sollen bis Mitte 2018 in der Luzerner Vorortsgemeinde verloren gehen. Für die Gemeinde kommt der Entscheid überraschend.

Das Unternehmen begründet die geplante Schliessung des Standortes Horw in einer Mitteilung vom Dienstag damit, dass der komplette Herstellungsprozess für Herzklappenprodukte unter einem Dach konzentriert werden solle. In Horw seien nur bestimmte Teilschritte der Herzklappenproduktion ausgeführt worden.

Der Produktionsstandort Horw solle bis Mitte 2018 geschlossen werden, teilte das Unternehmen mit. Die Mehrheit der Mitarbeitenden würden die Firma bis Ende Januar 2018 verlassen.

Edwards wird nach eigenen Angaben ein Konsultationsverfahren mit den Mitarbeitenden eröffnen. Das Unternehmen werde ihnen bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle helfen und einen Sozialplan anbieten.

Zu eng

Die in Kalifornien ansässige Edwards Lifesciences hatte den Standort Horw 1985 durch einen Zukauf übernommen. Die Fabrikationsanlage befindet sich in einem ehemaligen kleinen Schulhaus.

Dieses Gebäude werde den Anforderungen einer modernen Medizinaltechanlage nicht länger gerecht, heisst es in der Mitteilung. Es sei nicht möglich, dort den gesamten Herstellungsprozess für Herzklappen zusammenzuführen.

Edwards hat nach eigenen Angaben eine Renovation der Fabrik in Horw geprüft. Es wurde dann aber entschieden, die Produktion in grössere, moderne und speziell für diesen Zweck errichtete Anlagen zu verlegen.

Die Firma habe in der Vergangenheit zwar kommuniziert, dass sie in Horw räumlich begrenzt sei, sagte Gemeinderat Hans-Ruedi Jung auf Anfrage. Dennoch treffe der Entscheid die Gemeinde wie ein Blitz aus heiterem Himmel, von einer Aufgabe des Standortes sei nicht die Rede gewesen.

Spezialisierte Arbeitsplätze

Für Horw handle es sich um eine grosse Firma. Die geplante Schliessung treffe einerseits die Arbeitnehmenden und anderseits den Wirtschaftsstandort. Edwards biete spezialisierte Arbeitsplätze. Die Angestellten müssten motorisch geschickt sein und seien zum Teil vom Unternehmen selber ausgebildet worden. "Es wird nicht einfach sein, diese zu vermitteln", sagte Jung.

Früher habe sich der Gemeinderat halbjährlich mit der Firma getroffen, um über Anliegen zu sprechen. Seit einem Wechsel in der Geschäftsleitung vor rund einem Jahr sei es aber zu keinem solchen Treffen mehr gekommen.

Auslagerung nach Singapur und USA

Nach Angaben eines Edwards-Sprechers werden die bislang in Horw gefertigten Herzklappenprodukte künftig in den USA und in Singapur hergestellt. Keine Rolle gespielt haben soll bei dem Schliessungsentscheid der Schweizer Franken.

Nicht von der Schliessung in Horw betroffen ist die europäische Regionalzentrale in Nyon VD mit ihren 130 Mitarbeitern. Dieser Standort war im Jahr 2000 eröffnet worden.

Edwards beschäftigt nach eigenen Angaben in über hundert Ländern 12'000 Personen. Es ist auf Herzklappen und hämodynamische Überwachungssysteme spezialisiert. Was mit den Maschinen und der Infrastruktur in Horw passiert, ist noch nicht klar. Das Gebäude gehört einem Privaten.

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SDA-ATS