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Dem Gegenwind getrotzt: EFG International hat Sonderfaktoren nicht mit eingerechnet 2016 trotz einem schwierigen Marktumfeld gleich viel verdient wie im Vorjahr. (Archivbild)

KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

(sda-ats)

Die Privatbank EFG International hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Mit dem Kauf der Bank BSI wird die EFG zur fünftgrössten Privatbank der Schweiz. Gleichzeitig wurde ein Sparprogramm gestartet. Trotzdem konnte sie sich geschäftlich einigermassen halten.

Mit 91,1 Millionen Franken hat EFG International nämlich 2016 ohne Sondereffekte einen gleich hohen Gewinn erzielt wie im Vorjahr, wie das Finanzinstitut am Mittwoch mitteilte.

Dabei nicht mit eingerechnet sind die Übernahme der Tessiner Bank BSI, nicht wiederkehrende Effekte und die Verluste aus dem Lebensversicherungsportfolio. Mit diesen erreichte die Privatbank einen Gewinn von 339,3 Millionen Franken, was jedoch nicht den geschäftlichen Verlauf wiedergibt.

Bei diesem musste die Bank auf der Einnahmenseite Rückschläge hinnehmen. So fiel der um Sondereffekte und den Beitrag von BSI bereinigte Bruttoertrag um 2,7 Prozent auf 677,8 Millionen Franken. Hauptursache dafür waren laut EFG geringere Kommissions- und Dienstleistungserträge aufgrund der Abnahme der Kundenaktivität sowie der Abwertung des britischen Pfundes nach dem Brexit-Referendum.

Gleichzeitig hat die Privatbank ohne BSI auch Kundengelder verloren, nach einem Zufluss von 2,4 Milliarden Franken im Vorjahr. Unter dem Strich haben Kunden unter dem Strich 0,5 Milliarden Franken Vermögen von EFG-Konten abgezogen. Der Grund dafür ist gemäss der Bank, dass asiatische Kunden vermehrt Kredite zurückgezahlt haben. Zudem seien in Asien Gelder abgezogen worden, um sie gegenüber den Steuerbehörden offen zu legen. Der Geschäftsbereich Asien habe aber dennoch einen rekordhohen Gewinn vor Rückstellungen erreicht, schreibt EFG International.

Mehr Stellen abgebaut als geplant

Den Gewinn auf standalone Basis konstant halten konnte die Privatbank, weil sie Kosten gesenkt hat. Der zugrundeliegende Geschäftsaufwand hat sich von 588 Millionen im Vorjahr auf 556,8 Millionen Franken reduziert. Damit habe die Bank das gesteckte Kostensenkungs- und Synergieziel für das Jahr 2016 übertroffen, schreibt die Bank.

EFG hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2019 jährliche Kostensynergien von 240 Millionen Franken zu erreichen. Das bedeutet auch einen Stellenabbau. EFG will bis 2019 bis zu 450 Stellen streichen. Unabhängig davon sollte ein Kostensenkungsprogramm 2016 die Anzahl Stellen um 254 reduzieren. Ende 2016 weist EFG einen Stellenbestand von 3572 auf. Ohne BSI beschäftige EFG noch 1959 Personen, womit das Ziel von maximal noch 1990 Angestellten übertroffen worden sei, schreibt die Bank.

In Bezug auf den Kauf der Bank BSI meldet EFG International, dass eine Bewertung eine Reduzierung des Kaufpreises um 277,5 Millionen Franken ergeben habe gegenüber dem im November 2016 angekündigten geschätzten Kaufpreis von 1,06 Milliarden Franken. Diese neue Schätzung ist jedoch noch nicht definitiv, weil sie vom Verkäufer angefochten wird.

Beim Ausblick bestätigt EFG International die bereits kommunizierten Mittelfristziele. So sollen die Nettoneugelder jährlich um 3 bis 6 Prozent wachsen. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis soll unter die Marke von 70 Prozent sinken. Aufgrund des gehaltenen Gewinns schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung mit 0.25 Franken pro Aktie eine gleich hohe Dividende wie im Vorjahr vor.

SDA-ATS

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