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Besucher können in Olaf Nicolais begehbarer Installation in der Lokremise St. Gallen mit einer fluoreszierenden Wand interagieren.

Keystone-SDA/Gian Ehrenzeller

(sda-ats)

In Olaf Nicolais begehbarer Skulptur in der Lokremise St. Gallen fühlt man sich wie auf dem Mond, wenn die Sonne aufgeht. Einen Raumanzug braucht es für die Ausstellung nicht, aber Mut zum Spielen.

Die Ausstellung mit dem Titel "God-forsaken place; but it's beautiful, isn't it? dauert bis zum 11. November.

Der Boden des riesigen Raums in der Kunstzone der Lokremise ist mit 20 Tonnen Sand bedeckt. Es sieht aus wie auf dem Mond. Fussspuren führen zwischen Kratern und Kegeln hindurch. Es ist düster, man muss schauen, dass man sich auf dem hügeligen Sandboden nicht den Fuss vertritt.

Die gegenüberliegende Wand leuchtet in einem seltsamen Gelb und zieht den Besucher magisch an. 100 Kilogramm spezielle Fluoreszenz-Farbe, die von UV-Licht bestrahlt wird, lassen die Wand von innen her leuchten.

Olaf Nicolais nennt seine begehbare Kunstinstallation einen godforsaken place, einen gottverlassenen Ort. Die Idee dafür kam dem Künstler, als er vor vielen Jahren nachts das Death Valley besuchte, weil es tagsüber zu viele Touristen hatte. "Es war zappenduster. Ich sah nichts und habe mit dem Kamera-Blitz Licht gemacht", sagte der 55-Jährige bei einem Medienrundgang. Die Bilder, welche damals entstanden, sind im Entrée zur Ausstellung zu sehen.

Interaktion mit der Wand

So verloren wie der Künstler in der Wüste muss sich der Besucher in der raumfüllenden Installation nicht fühlen. Die Wand am Ende der Mondlandschaft übt einen magischen Sog aus. Angezogen vom Licht, kann der Besucher an der Wand sozusagen sich selbst begegnen.

Steht man vor der Fluoreszenz-Wand und tritt zu Seite, bleibt das Schattenbild für einige Sekunden auf der Wand. Dann verschwindet es nach und nach. Wiederholt man die Aktion oder posiert anders, kann man seinen Schatten vervielfältigen oder verändern.

Auch andere Interaktionen mit der Leuchtwand sind möglich. Zum Beispiel lassen sich mit der Handy-Taschenlampe Lichtspuren aufmalen, die nach einiger Zeit wieder verschwinden. Was sonst im Museum strengstens verboten ist, ist bei Nicolais Kunst erlaubt und sogar erwünscht. Der Betrachter kann das Werk verändern, ohne ihm dabei Schaden zuzufügen.

Neue Sprache

Die Arbeiten des international erfolgreichen Künstlers seien sehr sinnlich, sagte Kurator Lorenzo Benedetti: "Olaf Nicolai lässt uns Dinge sehen, die wir zwar kennen, aber noch nie richtig beachtet haben." Mit enzyklopädischer Aufmerksamkeit umkreise er wissenschaftliche und literarische Felder und benutze historische, politische und philosophische Elemente, um Werke in einer technisch und stilistisch neuartigen Sprache zu entwickeln.

Die Ausstellung in der Lokremise des Kunstmuseums St. Gallen läuft parallel mit zwei weiteren Ausstellungen in der Kunsthalle Bielefeld und der Kunsthalle Wien. Die Ausstellungen zeigen das facettenreiche Werk des Künstlers der letzten 20 Jahre. In einigen Wochen wird ein gemeinsamer Katalog zu den drei Ausstellungen erscheinen.

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SDA-ATS